2005-01-18

Reformer Zhao Ziyang ist tot. Früherer chinesischer Parteichef in Peking gestorben: In der Nacht zum 19. Mai 1989 kam der damalige Parteichef zu den protestierenden Studenten auf den Platz des Himmlischen Friedens in Peking, um sie zur Aufgabe ihres Hungerstreiks zu bewegen. Sichtlich bewegt und unter Tränen sagte der damalige Parteichef: "Studenten, wir sind zu spät gekommen ... Es ist nur euer Recht, dass ihr uns kritisiert."Die Worte deuteten bereits seine Niederlage im Machtkampf gegen die Konservativen in der chinesischen Führung an. Die Truppen waren schon mobilisiert. Gegen Zhao Ziyangs Widerstand wurde die Verhängung des Ausnahmezustandes über Peking beschlossen. Nur einen Tag nach seinem historischen Auftritt bei den Studenten wurde der Parteichef entmachtet. Zwei Wochen später walzte die Volksbefreiungsarmee die Proteste blutig nieder. Einige hundert Menschen kamen ums Leben. Tausende wurden im ganzen Land inhaftiert.
Seitdem lebte Zhao Ziyang praktisch unter Hausarrest in Peking. Die Partei fällte ihr Urteil über ihn. Damit war eine Rückkehr in die Politik ausgeschlossen, doch wurde immer wieder über ihn spekuliert. Ob zu Recht oder nicht, Zhao Ziyang wurde zum Hoffnungsträger für einen anderen politischen Weg, in dem die rasanten wirtschaftlichen Veränderungen in China auch von politischen Reformen begleitet werden.

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