2005-04-18

China lehnt Entschuldigung ab

Beim Besuch des japanischen Außenministers Machimura in Peking ist es am Wochenende nicht zu einer Annäherung der Standpunkte zwischen Japan und China gekommen: China lehnte eine Entschuldigung für die Vorfälle ab. Außenminister Li Zhaoxing sagte, seine Regierung habe "niemals etwas getan, wofür sie sich beim japanischen Volk entschuldigen müßte". In mehreren chinesischen Städten war es zuvor wieder zu antijapanischen Ausschreitungen und Protesten gekommen. Am Samstag demonstrierten zehntausend Menschen in der Metropole Schanghai. Es wurden Fensterschreiben des japanischen Konsulats zerstört und japanische Restaurants demoliert. Die japanische Regierung warnte davor, daß nach den Ausschreitungen nicht nur die politischen, sondern auch die wirtschaftlichen Beziehungen zwischen Japan und China beeinträchtigt würden. Japan ist einer der wichtigsten Wirtschaftspartner Chinas. In der Hauptstadt Peking verhinderte ein starkes Aufgebot an Sicherheitskräften Demonstrationen. Die japanische Botschaft und die Residenz des japanischen Botschafters in Peking, wo am vorigen Wochenende randaliert worden war, wurden von der Polizei weiträumig abgeriegelt. In den südchinesischen Städten Guangzhou und Shenzhen forderten jeweils etwa tausend Menschen bei Demonstrationen zu einem Boykott japanischer Waren auf. Außerdem gab es in den südchinesischen Wirtschaftszentren Dongguan und Zhuhai und in der Hauptstadt der Provinz Sichuan, Chengdu, Proteste.
Die Demonstrationen wurden vor zwei Wochen durch die Veröffentlichung eines Schulbuches in Japan ausgelöst, das nach chinesischer Ansicht die Kriegsverbrechen japanischer Truppen in China verharmlost. Die Demonstranten fordern außerdem von ihrer Regierung, sie solle verhindern, daß Japan einen ständigen Sitz im UN-Sicherheitsrat bekommt. Die chinesischen Sicherheitsbehörden, die sonst keinerlei Demonstrationen größeren Ausmaßes zulassen, zeigen sich hier nachsichtig.

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