2007-09-26

Dalai Lama - Feudalherr und Rassist (vorsichtshalber mit Fragezeichen)?

Ich muss gestehen, dieser Artikel in der Jungen Welt über den Dalai Lama hat mich überrascht - ein rassistischer Feudalherr und nicht die freundliche Grinsekatze von nebenan? Ist journalistisch nicht sauber, den Artikel einfach ungeprüft zu verlinken, aber er ist sehr spannend. Weiß einer der Mitlesenden mehr?


Gott-König im Exil

Der Dalai Lama ist ein reaktionärer Feudalherr und gewaltbereiter Rassist. Doch im Westen wird der China-Kritiker gefeiert

Von Rainer Rupp
Tenzing Gyatso, so sein bürgerlicher Name, weilt wieder in Deutschland und wird bejubelt. Scheinbar alle wollen den Dalai Lama sehen, den »Botschafter des Friedens und der Toleranz«, wie er fälschlicherweise von seinen Förderern und Anhängern genannt wird. Denn der »Gott-König« – und nichts anderes bedeutet »Dalai Lama« – ist nicht der »kleine unbedeutende Mönch«, als der er sich in gespielter Bescheidenheit gerne ausgibt, sondern ein knallharter Vertreter der wirtschaftlichen und politischen Interessen seiner feudalistischen Klasse. Der in der Öffentlichkeit stets mild lächelnde Dalai Lama ist kein »Friede-sei-mit-Euch«-Guru aus einem kalifornischen Aschram, auch wenn er sich selbst als »Ozean der Weisheit« bezeichnet, sondern hinter seinem ständigen Grinsen versteckt sich das eiskalte Kalkül eines rigorosen Machtpolitikers. Denn der von Angela Merkel am Sonntag im Kanzleramt empfangene 14. Dalai Lama ist nicht nur ein Feudalherr im Exil, sondern auch ein Rassist, und er ist weder tolerant noch friedliebend. ...

Von interessierten westlichen Kreisen wird der Dalai Lama gerne als »einfacher Mönch« und »spirituelle Persönlichkeit« präsentiert, der ganz im Geiste Gandhis der angeblich »völkerrechtswidrigen chinesischen Besatzung Tibets« einen resoluten, passiven friedlichen Widerstand entgegensetzt. Dafür wurde er von dem von Westinteressen dominierten Nobel-Komitee auch 1989 mit dem »Friedenspreis« ausgezeichnet, obwohl der Dalai Lama genau das Gegenteil eines Pazifisten ist und in der Vergangenheit auch nicht vor Mord und Totschlag zurückgeschreckt ist, um seine Interessen durchzusetzen. Heute hat man passenderweise vergessen, daß »Seine Heiligkeit« ein Anstifter und Aufhetzer des blutigen Aufstandes von 1959 gegen die halbautonome Regierung von Tibet war, weil die sich daran gemacht hatte, sozialistische Reformen im Land einzuführen. Tausende von fortschrittlichen Tibetern kamen damals bei den Gemetzeln der reaktionären Ultras ums Leben, bis schließlich die Volksbefreiungsarmee eingriff und dem Spuk ein Ende setzte. Die feudalistischen Lamas, mit dem Dalai an ihrer Spitze, flohen mit ihren Anhängern unter Mitnahmen des nicht unbedeutenden nationalen Goldschatzes ins indische Exil. Erst danach entstand die Mär von der chinesischen Besatzung Tibets und vom Dalai Lama, der als »friedfertiger Mönch« der mit den gewaltfreien Mitteln Gandhis dagegen kämpft.

Daran, daß die Zentralregierung Chinas seit mehr als 700 Jahren ununterbrochen auch die Souveränität über die Provinz Tibet gehabt hat und Tibet zu keinem Zeitpunkt ein unabhängiger Staat war, besteht kein Zweifel Millionen von historischen tibetischen und chinesischen Dokumenten in Peking, Nanking und Lhasa belegen das. Keine Regierung der Welt hat je Tibet als unabhängigen Staat anerkannt. Auch in einer Anweisung des britischen Außenministers Lord Lansdowne aus dem Jahre 1904 heißt es, daß Tibet »eine Provinz des chinesischen Reiches ist«. ...

Inzwischen kämpft der Dalai Lama mit rabiater Intoleranz gegen eine Gruppe innerhalb der Exil-Tibeter, die sich dem Orakel-Gott »Schugden« zuwenden und ihm opfern, von dem sich aber der Dalai Lama persönlich bedroht fühlt. Die Schugden-Anhänger wurden zu »Volksfeinden« erklärt, Listen mit Namen und Fotos der »Volksfeinde« und ihrer Kinder wurden aufgehängt. Die Hexenjagd innerhalb der Exilgemeinde gegen die Schugden-Anhänger soll sogar Todesdrohungen beinhaltet haben. Der Dalai Lama ist jedoch nicht nur ein intoleranter, gewaltbereiter Feudalherr und politischer Hasardeur, sondern auch ein Rassist. Als solcher hatte er sich vor Jahren auf seiner Webseite im Internet geoutet, auf der seine Landleute in Tibet vor der rassistischen Durchmischung mit den zugezogenen Han-Chinesen gewarnt wurden. Offensichtlich soll die tibetanische Rasse rein bleiben. Als solche Forderungen von den weißen Rassisten in Südafrika gestellt wurden, erhob sich weltweit ein Aufschrei der Empörung. Beim tibetanischen Gott-König sieht man geflissentlich darüber hinweg. Der Menschenrechtsdialog ist allein Peking vorbehalten.

Labels: ,

1 Comments:

At 5:22 nachm., Blogger Jan said...

Also erstmal einige Fakten zur Jungen Welt: Gegründet wurde sie 1947 von den Sowjetischen Besatzern in der sowjetisch besetzten Zone. Zu DDR-Zeiten war sie dort eine auflagenstarke Zeitung. Sie kann meiner Ansicht nach nicht auf eine lange Geschichte zurückblicken, die von freiem, unabhängigem Journalismus gekennzeichnet wäre. Diese Zeitung ist schon sehr, sehr links ausgerichtet ...

Zum Thema unabhängiges Tibet: meines Wissens hat es einen unabhängigen Staat Tibet seit mehreren Jahrhunderten wirklich nicht gegeben.

Der Dalai Lama und die Tibetische Exilregierung fordern so etwas aber auch gar nicht. Sie wollen eine Autonomie, wie sie Hongkong heutzutage hat.

Ich empfehle die Lektüre des sogenannten 17-Punkte-Abkommens zwischen der Volksrepublik China und Tibet. Viele der dort gemachten Zusicherungen an Tibet werden nicht eingehalten. Trotzdem legitimiert China mit diesem Papier bis heute seine Ansprüche auf Tibet.

Es heißt dort u.a.:

4. Die Zentralbehörden werden das bestehende politische System in Tibet unverändert lassen. Die Zentralbehörden werden außerdem den bestehenden Status, die Funktionen und Befugnisse des Dalai Lama nicht antasten. Die Beamten der verschiedenen Rangstufen sollen ihre Ämter ausüben wie bisher.

7. Die Politik der religiösen Glaubensfreiheit, wie sie im Allgemeinen Programm der Politischen Beratenden Konferenz des Chinesischen Volkes (CPPCC) niedergelegt ist, soll wirksam werden. Religion, Sitten und Gebräuche des tibetischen Volkes sollen respektiert und die Lamaklöster geschützt werden. Die Zentralbehörden werden den KIöstern unverändert ihre Einkünfte belassen.

Die derzeitige Politik Chinas, viele Han-Chinesen in Tibet anzusiedeln, widerspricht eigentlich diesen Vereinbarungen. Die freie Ausübung tibetischer Kultur und der buddhistischen Religion ist ebenfalls nicht gewährleistet ..

Die weiteren, recht bissig formulierten Vorwürfe bzgl. der Anzettelung der Aufstände in den 1950ern, des Rassismus und der Bekämpfung der Schugden finde ich schon sehr merkwürdig. Wäre schön, wenn die Junge Welt dafür mal ein paar Beweisquellen nennen könnte. Das tut sie aber nicht.

Insgesamt enthält der Artikel m.E. keinerlei belegte Fakten, sondern lediglich Behauptungen.

Im Spiegel 29/2007 vom 16.07.2007, Seite 80, wäre z.B. nachzulesen, dass die Aufstände in Tibet 1959 von der chinesischen Armee angezettelt wurden.

Dass sich China selbst auch nicht an das 17-Punkte-Abkommen hält, ist hier nachzulesen.

 

Kommentar veröffentlichen

<< Home