2008-08-15

Tibet-Aktivisten bei der Olympiade erneut erfolgreich

Tibet-Aktivisten haben bei den Olympischen Spielen in Peking einmal mehr zugeschlagen:
Peking ist voller Polizisten - trotzdem gelingen trickreichen Demonstranten immer wieder Protestaktionen. Jetzt haben Tibet-Aktivisten sich neben dem modernen neuen Wolkenkratzer des Staatsfernsehens abgeseilt und ein riesiges Protest-Plakat entrollt. Sie wurden gefasst, müssen ausreisen. Der Wolkenkratzer soll für das neue, moderne China stehen - für Demonstranten der ideale Ort, um die Schattenseiten des Regimes zu kritisieren. An einer Tafel neben dem neuen Turm des chinesischen Staatsfernsehens CCTV entrollten Aktivisten der New Yorker Gruppe "Students for a Free Tibet" um 5.50 Uhr (Ortszeit) ein Transparent mit der Aufschrift "Free Tibet".



Die Polizei ließ die Demonstranten zunächst gewähren - und nahm dann drei Amerikaner, einen Briten und einen Kanadier fest. Es war die inzwischen sechste Protestaktion der Gruppe in Peking. Der Fernseh-Wolkenkratzer wird zurzeit fertig gestellt. Der Turm sei ein "glänzendes neues Gebäude" für die staatliche Propaganda; die Studenten wollten jedoch eine "Botschaft der Wahrheit" senden, sagte Lhadon Thetong, Exekutivdirektorin der New Yorker Gruppe. Das chinesische Olympia-Organisationskomitee Bocog verwahrte sich gegen die Proteste. Tibet sei ein "unabtrennbarer Teil Chinas", sagte Bocog-Generalsekretär Wang Wei. Tibet-Protestaktionen seien in China "nicht willkommen". "Ausländische Reporter verstehen die Situation nicht. Sie sollten Demonstranten nicht ermutigen." ... Schon am Eröffnungstag vor einer Woche hatte es eine erste Protestaktion der Gruppe gegeben. Damals stiegen Aktivisten in der Nähe des Olympiastadions auf zwei Strommasten und befestigten Groß-Plakate. Seitdem sind auch anderen Organisationen trotz der schweren Sicherheitsvorkehrungen immer wieder Protestaktionen gelungen.
Mehr dazu in der Netzeitung und auf Free Tibet 2008.

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2008-03-17

China baut Infomauer um Tibet auf

Peking verdichtet die große Firewall rund um Tibet, um die Informationskontrolle möglichst aufrecht zu erhalten und Zeugen außen vor zu halten:
China rückt mit Panzern und einem großen Aufgebot an Sicherheitskräften in Tibet ein. Bislang hat es bereits Dutzende von Todesopfern gegeben. Die Unruhen breiten sich bereits auf angrenzende Provinzen aus. Klöster werden umstellt, über die tibetische Hauptstadt Lhasa wurde ein Ausgehverbot verhängt ... Touristen sollen ebenfalls aus Tibet verschwinden, Ausländer dürfen nicht mehr herein – angeblich aus Sicherheitsgründen. Die staatliche Nachrichtenagentur Xinhua zitiert angebliche tibetische Politiker, die die Äußerungen des Dalai Lama zurückweisen, der davon sprach, dass ein "kultureller Völkermord" drohe. Die chinesische Regierung scheint entschlossen, die Unruhen und Proteste mit aller Entschiedenheit und Gewalt vor den Olympischen Spielen niederzuschlagen. Schon zuvor wurde auch gegen andere Oppositionelle und Minderheiten verschärft vorgegangen, wie Amnesty berichtet. Wie schon zuvor in Myanmar geschehen, will man die Proteste in Tibet niederschlagen, ohne eine unabhängige Berichterstattung zu ermöglichen. Von den ersten Unruhen wurden nicht nur von Reportern, sondern auch wieder von "Bürgerjournalisten" Bilder und Videos mit Digital- und Handykameras gemacht, im Netz verbreitet und von Medien im Ausland aufgenommen. Um zu verhindern, dass Videos über YouTube verbreitet und in China gesehen werden können, hat die Regierung bereits am Samstag den Zugang blockiert, bestätigt etwa auch von Global Voices. Wer in China die Website von YouTube aufruft, erhält angeblich nur eine leere Seite.
Was da alles auf Videoseiten von Peking zensiert wird, zeigt die Netzeitung in einer Auswahl.

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2007-09-26

Dalai Lama - Feudalherr und Rassist (vorsichtshalber mit Fragezeichen)?

Ich muss gestehen, dieser Artikel in der Jungen Welt über den Dalai Lama hat mich überrascht - ein rassistischer Feudalherr und nicht die freundliche Grinsekatze von nebenan? Ist journalistisch nicht sauber, den Artikel einfach ungeprüft zu verlinken, aber er ist sehr spannend. Weiß einer der Mitlesenden mehr?


Gott-König im Exil

Der Dalai Lama ist ein reaktionärer Feudalherr und gewaltbereiter Rassist. Doch im Westen wird der China-Kritiker gefeiert

Von Rainer Rupp
Tenzing Gyatso, so sein bürgerlicher Name, weilt wieder in Deutschland und wird bejubelt. Scheinbar alle wollen den Dalai Lama sehen, den »Botschafter des Friedens und der Toleranz«, wie er fälschlicherweise von seinen Förderern und Anhängern genannt wird. Denn der »Gott-König« – und nichts anderes bedeutet »Dalai Lama« – ist nicht der »kleine unbedeutende Mönch«, als der er sich in gespielter Bescheidenheit gerne ausgibt, sondern ein knallharter Vertreter der wirtschaftlichen und politischen Interessen seiner feudalistischen Klasse. Der in der Öffentlichkeit stets mild lächelnde Dalai Lama ist kein »Friede-sei-mit-Euch«-Guru aus einem kalifornischen Aschram, auch wenn er sich selbst als »Ozean der Weisheit« bezeichnet, sondern hinter seinem ständigen Grinsen versteckt sich das eiskalte Kalkül eines rigorosen Machtpolitikers. Denn der von Angela Merkel am Sonntag im Kanzleramt empfangene 14. Dalai Lama ist nicht nur ein Feudalherr im Exil, sondern auch ein Rassist, und er ist weder tolerant noch friedliebend. ...

Von interessierten westlichen Kreisen wird der Dalai Lama gerne als »einfacher Mönch« und »spirituelle Persönlichkeit« präsentiert, der ganz im Geiste Gandhis der angeblich »völkerrechtswidrigen chinesischen Besatzung Tibets« einen resoluten, passiven friedlichen Widerstand entgegensetzt. Dafür wurde er von dem von Westinteressen dominierten Nobel-Komitee auch 1989 mit dem »Friedenspreis« ausgezeichnet, obwohl der Dalai Lama genau das Gegenteil eines Pazifisten ist und in der Vergangenheit auch nicht vor Mord und Totschlag zurückgeschreckt ist, um seine Interessen durchzusetzen. Heute hat man passenderweise vergessen, daß »Seine Heiligkeit« ein Anstifter und Aufhetzer des blutigen Aufstandes von 1959 gegen die halbautonome Regierung von Tibet war, weil die sich daran gemacht hatte, sozialistische Reformen im Land einzuführen. Tausende von fortschrittlichen Tibetern kamen damals bei den Gemetzeln der reaktionären Ultras ums Leben, bis schließlich die Volksbefreiungsarmee eingriff und dem Spuk ein Ende setzte. Die feudalistischen Lamas, mit dem Dalai an ihrer Spitze, flohen mit ihren Anhängern unter Mitnahmen des nicht unbedeutenden nationalen Goldschatzes ins indische Exil. Erst danach entstand die Mär von der chinesischen Besatzung Tibets und vom Dalai Lama, der als »friedfertiger Mönch« der mit den gewaltfreien Mitteln Gandhis dagegen kämpft.

Daran, daß die Zentralregierung Chinas seit mehr als 700 Jahren ununterbrochen auch die Souveränität über die Provinz Tibet gehabt hat und Tibet zu keinem Zeitpunkt ein unabhängiger Staat war, besteht kein Zweifel Millionen von historischen tibetischen und chinesischen Dokumenten in Peking, Nanking und Lhasa belegen das. Keine Regierung der Welt hat je Tibet als unabhängigen Staat anerkannt. Auch in einer Anweisung des britischen Außenministers Lord Lansdowne aus dem Jahre 1904 heißt es, daß Tibet »eine Provinz des chinesischen Reiches ist«. ...

Inzwischen kämpft der Dalai Lama mit rabiater Intoleranz gegen eine Gruppe innerhalb der Exil-Tibeter, die sich dem Orakel-Gott »Schugden« zuwenden und ihm opfern, von dem sich aber der Dalai Lama persönlich bedroht fühlt. Die Schugden-Anhänger wurden zu »Volksfeinden« erklärt, Listen mit Namen und Fotos der »Volksfeinde« und ihrer Kinder wurden aufgehängt. Die Hexenjagd innerhalb der Exilgemeinde gegen die Schugden-Anhänger soll sogar Todesdrohungen beinhaltet haben. Der Dalai Lama ist jedoch nicht nur ein intoleranter, gewaltbereiter Feudalherr und politischer Hasardeur, sondern auch ein Rassist. Als solcher hatte er sich vor Jahren auf seiner Webseite im Internet geoutet, auf der seine Landleute in Tibet vor der rassistischen Durchmischung mit den zugezogenen Han-Chinesen gewarnt wurden. Offensichtlich soll die tibetanische Rasse rein bleiben. Als solche Forderungen von den weißen Rassisten in Südafrika gestellt wurden, erhob sich weltweit ein Aufschrei der Empörung. Beim tibetanischen Gott-König sieht man geflissentlich darüber hinweg. Der Menschenrechtsdialog ist allein Peking vorbehalten.

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