2011-08-23

Vize-Außenministerin: China will nicht die Welt regieren

Der Spiegel hat ein interessantes Interview mit Chinas stellvertretender Außenministerin Fu Ying veröffentlicht, in dem es unter anderem um die kulturellen, politischen und wirtschaftlichen Unterschiede zwischen "dem Westen" und dem Reich der Mitte geht:
Ihre Verluste bedeuten ja nicht Gewinne auf unserer Seite. Wir sitzen in einem Boot. Wir sind wirklich besorgt, wenn die westlichen Wirtschaften in Schwierigkeiten sind. ... China hat nicht die Absicht, die Welt zu regieren. Aber wenn Sie sich weiterhin als Zentrum der Welt betrachten, das ein Monopol auf die Wahrheit besitzt, werden Sie sich immer unbequem fühlen, denn es gibt verschiedene Werte und Kulturen. Auch wenn Sie glauben, den Kalten Krieg gewonnen zu haben: Der Kalte Krieg ist jetzt vorbei, Schluss, aus. Das ist eine neue Welt. Kommen Sie herunter von der Vorstellung, Sie säßen auf der Spitze der Welt. Reden Sie auf Augenhöhe mit uns.
Auf die viel beschworenen Menschenrechte angesprochen, reagierte Frau Fu allerdings recht knapp.

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2011-06-18

Chinesen wollen österreichisches Dorf kopieren

Die Chinesen gelten schon lange als Weltmeister im Kopien, meist geht es um Produktnachahmungen oder Softwareklone. Die Süddeutsche Zeitung berichtet nun, dass im Reich der Mitte nun ein ganzes Dorf aus den Alpen nachgebaut werden soll:
Chinesische Touristen machten besonders eifrig Fotos im Alpen-Idyll Hallstatt und notierten sich sogar die Maße der Balkone - bis die Einwohner und Bürgermeister Alexander Scheutz misstrauisch wurden. Und tatsächlich: In der wohlhabenden Provinz Guangdong entsteht eine exakte Kopie des Ortes. Alexander Scheutz hat das Privileg, Bürgermeister des Alpenland-Idylls Hallstatt zu sein, das zum Weltkulturerbe der Unesco zählt. Doch nun hat er herausgefunden, dass ein chinesisches Bauunternehmen den österreichischen 800-Seelen-Ort Hallstatt samt dem Hallstättersee nachbauen will - und dafür offensichtlich heimlich sein Dorf vermessen hat.

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2011-06-03

Chinesische Forscher: USA betreiben Cyberwar

Der Ton zwischen China und den USA im Bezug auf informationelle Kriegsführung wird härter:
The Chinese military accused the U.S. on Friday of launching a global "Internet war" to bring down Arab and other governments, redirecting the spotlight away from allegations of major online attacks on Western targets originating in China. ... Writing in the Communist Party-controlled China Youth Daily newspaper, the scholars did not mention Google's claims, but said recent computer attacks and incidents employing the Internet to promote regime change in Arab nations appeared to have originated with the U.S. government. "Of late, an Internet tornado has swept across the world ... massively impacting and shocking the globe. Behind all this lies the shadow of America," said the article, signed by Ye Zheng and Zhao Baoxian, identified as scholars with the Academy of Military Sciences. "Faced with this warmup for an Internet war, every nation and military can't be passive but is making preparations to fight the Internet war," it said.

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2011-03-29

China bleibt bei Exekutionen weiter führend

China ist nach wie vor das Land, in dem Schätzungen zufolge weltweit am häufigsten die Todesstrafe verhängt und das Verdikt dann auch vollstreckt wird:
Die Fälle, in denen die Rechtssprechung keine Gnade hat walten lassen, dokumentiert der Jahresbericht "Todesstrafen und Hinrichtungen 2010" von Amnesty International. Auf 60 Seiten listet die Studie Hinrichtungen und Todesurteile des vergangenen Jahres auf. Weltweit fielen demnach 527 Menschen der Todesstrafe zum Opfer. ... Klar angeführt wird die Liste von China, wie bereits in den Jahren zuvor. Zwar redet die kommunistische Regierung offiziell nicht über die Todesstrafe. Amnesty International schätzt jedoch, es gebe "Tausende" Hingerichtete - mehr als alle in der restlichen Welt zusammen.

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2011-03-05

China investiert weiter kräftig in die Rüstung

Mit einer Verstärkung der Rüstungsausgaben hat Peking nicht nur in den USA für besorgte Gesichter gesorgt:
China ist eine aufstrebende Militärmacht, groß waren die Streitmächte immer schon, in den vergangenen Jahren wurde auch die Ausrüstung immer besser - und auch 2011 werden wieder gewaltige Summen in Ausbau und Modernisierung der Armee fließen. Die Ausgaben sollen um 12,7 Prozent steigen. Der Etat für dieses Ressort betrage 2011 dann 601,1 Milliarden Yuan (65,6 Milliarden Euro), teilte Parlamentsprecher Li Zhaoxing am Freitag in Peking mit. Der Haushalt soll bei der am Samstag beginnenden Sitzung des Nationalen Volkskongresses verabschiedet werden. Der Verteidigungsetat mache sechs Prozent des gesamten Budgets der zweitgrößten Wirtschaft der Welt aus. "Dies stellt für kein Land eine Bedrohung dar", sagte der ehemalige Außenminister Li. ... Nach Einschätzung der US-Regierung liegen die tatsächlichen Militärausgaben Chinas zwei- bis dreimal höher als offiziell angegeben. Viele Aufwendungen sind demnach in anderen Haushaltsposten enthalten.

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2011-01-10

Chinas Rückkehr zur Supermacht?

"Die Welt" spekuliert über Chinas alt-neuen Supermacht-Status:
Die Chinesen machen die Welt schwindelig. Keine Woche vergeht bei uns ohne Titelseiten von Magazinen oder Fernseh-Features, die respektvoll, ehrfürchtig, Furcht einflößend oder rätselnd raunen und warnen über die heraufkommende, bald alles beherrschende Supermacht. Was immer wieder vergessen wird: Es geht nicht um eine einfache globale Gewichtsverschiebung. Die passiert alle paar Generationen. Wir aber erleben eine historische Premiere: Zum ersten Mal wird eine einst führende Weltmacht nach vielen Jahrhunderten ein grandioses Comeback feiern.

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2010-11-20

China will im Krieg der Drohnen mitmischen

Peking will Trends in der technischen Kriegsführung offensichtlich nicht verpassen und hat daher auf einer Flugschau im südchinesischen Zhuhai eine ganze Reihe an militärisch nutzbaren Drohnen vorgestellt, wie das Wall Street Journal berichtet:
Western defense officials and experts were surprised to see more than 25 different Chinese models of the unmanned aircraft, known as UAVs, on display at this week's Zhuhai air show in this southern Chinese city. It was a record number for a country that unveiled its first concept UAVs at the same air show only four years ago, and put a handful on display at the last one in 2008. The apparent progress in UAVs is a stark sign of China's ambition to upgrade its massive military as its global political and economic clout grows. ... This year's models in Zhuhai included several designed to fire missiles, and one powered by a jet engine, meaning it could—in theory—fly faster than the propeller-powered Predator and Reaper drones that the U.S. has used in Iraq, Afghanistan and Pakistan. ... ASN Technology's ASN-229A Reconnaissance and Precise Attack UAV, the largest drone at the show, carries air-to ground missiles and uses a satellite link to find targets over a radius of 2,000 kilometers 1,250 miles.

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2010-10-26

Huawei-Vorstoß in die USA wird skeptisch verfolgt

Der chinesische Telecom- und Netzwerkausrüster Huawei will den amerikanischen Markt endgültig erobern und Cisco sowie US-Netzbetreibern verstärkt in den USA vor Ort Konkurrenz machen, was dort laut New York Times aber zum Runzeln vieler Augenbrauen führt:
Some in Congress and the national security establishment fear that Huawei’s close ties to the Chinese military might allow China to tamper with American communications gear. Last week, Senator Joseph I. Lieberman, independent of Connecticut, and three other members of Congress wrote a letter to Julius Genachowski, chairman of the Federal Communications Commission, raising the specter that an equipment sale might permit the Chinese government to manipulate parts of the communications network, making it possible to disrupt or intercept phone calls and Internet messages. Anticipating these hurdles, Huawei has hired a remarkable array of Washington lobbyists, lawyers, consultants and public relations firms to help it win business in the United States. It has also helped create Amerilink Telecom, an American distributor of Huawei products whose high-powered board includes former Representative Richard A. Gephardt, the former World Bank president James D. Wolfensohn and the one-time chief executive of Nortel Networks, William A. Owens. Amerilink executives say they are primarily interested in helping Huawei overcome objections that its entry into the American market could jeopardize national security. “We take the accusations very seriously,” said Kevin Packingham, who recently left Sprint to become chief executive of Amerilink. “But regardless of the accusations, we have a model in place that ensures the security” of the network should Huawei win American contracts, he said. The effort is beginning to pay off. This fall, the American Internet communications firm Clearwire will begin testing a system based on Huawei’s 4G, or fourth-generation, network technology.

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2010-10-11

China holt bei Super-Computern auf

Business Week spekuliert darüber, dass sich das Reich der Mitte in der Rangliste der schnellsten Computer der Welt deutlich nach vorn schieben dürfte:
When a list of the world's 500 fastest computers is revealed on Nov. 15, it may contain a surprise. China, currently known to own the second-fastest computer, may reach the top spot. "Of the Top 10 machines today, China has two," says Jack Dongarra, director of the innovative computing laboratory at the University of Tennessee. "I know for sure they're going to have a third one in November." Dongarra has overseen the semiannual Top 500 list since it first appeared in 1993. "There's a great belief that the Chinese will be No.1," he says, adding that he has yet to see the data for next month's list. Having the world's speediest computer carries more than bragging rights. "It means that China is taking computing seriously," says Dongarra. It's a sign that China is taking steps to spur innovation, he says.

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2010-08-16

China wird zweitgrößte Volkswirtschaft weltweit

Das Reich der Mitte hat sich an Japan vorbei an Rang Zwei der größten Volkswirtschaften hinter den USA geschoben:
Nach vorläufigen Berechnungen der Regierung in Tokio belief sich Japans Bruttoinlandsprodukt (BIP) im zweiten Kalenderquartal auf 1,28 Billionen Dollar, während China auf 1,33 Billionen Dollar kam. Zwar lassen sich die Zahlen nicht ohne weiteres vergleichen, da sie nicht um saisonale Faktoren bereinigt sind. Dennoch gilt es als wahrscheinlich, dass der aufstrebende Nachbar Japan auch aufs ganze Jahr gesehen als Nummer Zwei ablöst. ... Japan hielt seit 1968 den Titel als zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt hinter den Vereinigten Staaten. Damals überholte Japan Deutschland. Die Japaner gehören trotz allem aber immer noch zu den reichsten Völkern der Welt. Das durchschnittliche Pro-Kopf-Einkommen betrug im vergangenen Jahr umgerechnet 37.800 Dollar, während die Chinesen nur auf 3600 Dollar pro Kopf kamen. Die Amerikaner lagen mit 42.240 Dollar deutlich auf Platz eins.

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2010-07-20

China weltweit größter Energieschlucker

Das Reich der Mitte nimmt mal wieder einen fraglichen globalen Spitzenplatz ein:
China hat die USA im vergangenen Jahr als größter Energieverbraucher der Welt überholt. Die rasant wachsende Volksrepublik habe 2009 eine Energiemenge konsumiert, die 2,252 Milliarden Tonnen Öl entspreche, berichtete die „Financial Times“ unter Berufung auf den Chefvolkswirt der Internationalen Energieagentur (IEA), Fatih Birol. Dies seien rund vier Prozent mehr als die Vereinigten Staaten. ... Allerdings verbrauche das Land pro Einwohner noch klar weniger Energie als die Vereinigten Staaten. Gleichzeitig sei der Energieeinsatz in China deutlich weniger effizient.

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2010-06-09

Arbeiterbewegung gewinnt in China an Bedeutung

Mit dem chinesischen Billiglohnparadies könnte es bald vorbei sein, schreibt die New York Times:
China’s wage contagion continues to spread. Honda Motors said Tuesday that workers at a parts plant had walked off the job just days after the company settled a separate strike by agreeing to substantial pay raises for 1,900 workers at its transmission factory. The new walkout, at an exhaust-system factory in the city of Foshan, will force Honda to halt work Wednesday at one of its four auto assembly plants in China, the company said. ... New pressure to raise pay and improve labor conditions, coming in part from the Chinese government, is likely to raise the cost of doing business in China and could induce some companies to consider shifting production elsewhere. Another big employer wrestling with labor issues, Foxconn Technology — a giant contract electronics manufacturer that has also announced wage increases in China this month — said Tuesday that it was reconsidering the way it ran its operations in response to criticism of its workplace practices. Foxconn, which has experienced a string of suicides among workers at its sprawling, citylike campuses in the southern metropolis of Shenzhen, said it was considering turning the management of some of its worker dormitories over to local governments in China. ... Foxconn, a subsidiary of Hon Hai Precision Industry of Taiwan, makes devices for companies like Apple, Dell and Hewlett-Packard. Hon Hai’s shares fell more than 5 percent Tuesday in Taiwan, to their lowest level since August, after the company said it would seek to pass on its higher labor costs to clients.

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2010-06-07

Studie: China-Berichterstattung in deutschen Medien

Zwischendurch mal ein Veranstaltungshinweis:
Nachrichten aus dem "Reich des Bösen"?
Die China-Berichterstattung in den deutschen Medien. Vorstellung der Studie „Die China-Berichterstattung in den Deutschen Medien“ und Podiumsdiskussion.

Mit: Guo Ke - Professor am College of Journalism and Communication, Shanghai International Studies University
Sven Hansen - Asienredakteur der tageszeitung (taz)
Thomas Heberer - Professor für Politikwissenschaft, Schwerpunkt Politik Ostasiens, Universität Duisburg-Essen
Carola Richter - Kommunikationswissenschaftlerin, Universität Erfurt und Autorin der Studie „Die China-Berichterstattung in den deutschen Medien“

Moderation:
Barbara Unmüßig - Vorstand Heinrich-Böll-Stiftung, Berlin

Die Heinrich-Böll-Stiftung hat in Kooperation mit den Universitäten Erfurt und Duisburg-Essen die Studie „Die China-Berichterstattung in den deutschen Medien“ verfasst. Diese kommunikationswissenschaftliche Studie untersucht Inhalte und Strukturen der China-Berichterstattung von sieben deutschen Leitmedien im Jahr 2008.

Es ist die bundesweit erste Studie, die diese umfangreiche Materialanalyse vornimmt.

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