2010-10-26

Huawei-Vorstoß in die USA wird skeptisch verfolgt

Der chinesische Telecom- und Netzwerkausrüster Huawei will den amerikanischen Markt endgültig erobern und Cisco sowie US-Netzbetreibern verstärkt in den USA vor Ort Konkurrenz machen, was dort laut New York Times aber zum Runzeln vieler Augenbrauen führt:
Some in Congress and the national security establishment fear that Huawei’s close ties to the Chinese military might allow China to tamper with American communications gear. Last week, Senator Joseph I. Lieberman, independent of Connecticut, and three other members of Congress wrote a letter to Julius Genachowski, chairman of the Federal Communications Commission, raising the specter that an equipment sale might permit the Chinese government to manipulate parts of the communications network, making it possible to disrupt or intercept phone calls and Internet messages. Anticipating these hurdles, Huawei has hired a remarkable array of Washington lobbyists, lawyers, consultants and public relations firms to help it win business in the United States. It has also helped create Amerilink Telecom, an American distributor of Huawei products whose high-powered board includes former Representative Richard A. Gephardt, the former World Bank president James D. Wolfensohn and the one-time chief executive of Nortel Networks, William A. Owens. Amerilink executives say they are primarily interested in helping Huawei overcome objections that its entry into the American market could jeopardize national security. “We take the accusations very seriously,” said Kevin Packingham, who recently left Sprint to become chief executive of Amerilink. “But regardless of the accusations, we have a model in place that ensures the security” of the network should Huawei win American contracts, he said. The effort is beginning to pay off. This fall, the American Internet communications firm Clearwire will begin testing a system based on Huawei’s 4G, or fourth-generation, network technology.

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2008-12-20

NGOs prangern Arbeitsbedingungen in IT-Industrie an

Die Forschungsgruppe Students & Scholars Against Corporate Misbehavior (SACOM) aus Hongkong und die Nichtregierungsorganisation Weltwirtschaft, Ökologie & Entwicklung (WEED) haben schwere Vorwürfe gegen internationale Abnehmer von IT-Produkten aus "Sweatshops" in China erhoben:
Markenhersteller wie Dell, Fujitsu Siemens oder Lenovo spielten die "alarmierenden" Berichte über menschenunwürdige Arbeitsbedingungen in der Halbleiterindustrie Chinas herunter oder verschleierten ihre Lieferbeziehungen, monierte WEED-Projektreferent Florian Butollo am heutigen Montag in Berlin und rügte die PC-Fabrikanten für ihre Doppelmoral: Einerseits bedauerten sie in Hochglanzbroschüren zu "Corporate Responsibility" die Zustände in der Zulieferindustrie, kauften andererseits aber zu "schlechten Bedingungen" für die chinesischen Arbeiter weiter Bauteile zu. Für die Studie "The Dark Side of Cyberspace" wurden zwei Halbleiterproduktionsfirmen in Guangdong untersucht. Die chinesische Provinz gilt als größter Hersteller von IT-Bauteilen in der Welt. Dort befinden sich ein Drittel der rund 130 Millionen chinesischen Wanderarbeiter. Die Untersuchung beruht auf einer zwischen Juni und September durchgeführten Befragung von 45 Mitarbeitern aus den Fabriken Excelsior Electronics in Dongguan und Compeq Technoloy in Huizhou. Excelsior gehört zum Konzern PC Partner in Hongkong und beschäftigt rund 4000 Angestellte. Die Zentrale der etwa 7000 Arbeiter zählenden Compeq-Fabrik ist in Taiwan. Zu den Abnehmern beider Firmen gehören laut SACOM der deutsch-japanische Konzern Fujitsu Siemens, der Excelsior 2007 den Status eines "bevorzugten Zulieferers" zuerkannt habe, sowie Dell, Lenovo, Apple, Sony, Intel, AMD, Motorola und Nokia.

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2007-01-30

Ausländische IT-Firmen können in China nicht punkten

Der chinesische Internet-Markt stellt sich für ausländische Größen als schwieriges Terrain dar:
Ich bin eigentlich gar kein Techniktyp", sagt Jack Ma. Statt am Computer zu sitzen, geht Chinas Internetguru lieber mit seinen Schäferhunden in seiner Heimatstadt Hangzhou im Osten Chinas spazieren. Und denkt über das nach, was ihm seine Kunden erzählen. "Wir sind so weit gekommen, weil wir auf unsere Kunden hören statt auf Experten", sagt Ma. Der Gründer und Chef der Firmengruppe Alibaba hat die weltweit größte Online-Handelsplattform für Unternehmen aufgebaut. Er hat den Auktionsriesen Ebay vom chinesischen Markt verdrängt, auch der Internetpionier Yahoo hat sein kriselndes Chinageschäft an den neuen Star der IT-Branche übertragen - damit er es richte. Das war nicht immer so. Mit vollen Kassen und großen Tönen waren Yahoo, Ebay, Google und Amazon nach China gezogen, um das Reich der Mitte zu erobern. Was im Westen funktioniere, könne man sicher auch den Chinesen überstülpen, dachte man - und scheiterte. Sie kamen, sahen und siechten im zweitgrößten Onlineland der Welt nach den USA. Sämtliche Segmente des chinesischen IT-Markts werden heute von heimischen Anbietern kontrolliert. Die Chinesen chatten am liebsten mit QQ, für Nachrichten und Entertainment klicken sie auf die Portale von Sina oder Sohu. Sie durchsuchen das Netz am häufigsten mit Baidu und kaufen am meisten bei dem Portal Dangdang. "Viele denken, im Internet gäbe es keine Grenzen", sagt Zhang Dongming, Chefforscherin bei der IT-Beraterfirma BDA China in Peking, "das stimmt aber nicht." ... Auch der Suchmaschinengigant Google findet bislang keine Strategie gegen den lokalen Konkurrenten Baidu. Damit ein chinesischer Suchauftrag Relevantes ausspuckt, muss die Software aneinandergereihte Schriftzeichen elegant in Satzteile zerlegen. Baidu hat sich darauf früh spezialisiert, Google nicht. Baidu hat einen Marktanteil von 62 Prozent; Google 25 Prozent, Tendenz fallend.

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