china-in-the-news : China-Blog
Weblog zu Chinas Wirtschaft, Kultur und Politik und ihrer Widerspiegelung in den Medien
2007-10-25
2007-10-24
Bericht dokumentiert Praxis chinesischer Internetzensur
Gerade gesehen: Bei Reporter ohne Grenzen gibt es eine Analyse der chinesischen Internet-Zensur als PDF zum Download.
Reporter ohne Grenzen hat einen exklusiven Untersuchungsbericht veröffentlicht, der detailliert die offizielle chinesische Internetpolitik zu Zensur, Überwachung und Propaganda schildert. Ein chinesischer Techniker, der in der Internetbranche arbeitet und anonym bleiben möchte, hat das Dossier in Kooperation mit Reporter ohne Grenzen und der Organisation „Chinese Human Rights Defenders“ erstellt.
Der Bericht „Eine Reise ins Herz der Internetzensur“ zeigt, dass KP und Regierung immense finanzielle und menschliche Ressourcen darauf verwenden, freie Meinungsäußerung im Internet zu unterbinden. Sowohl regionale als auch landesweite Nachrichten-Webseiten und Blogs stehen unter redaktioneller Vormundschaft der staatlichen Propagandabehörden.
„Das chinesische Zensursystem ist einmalig auf der Welt. Es zeugt von Verachtung gegenüber dem Geist der Freiheit, für den das Internet steht“, so die beiden Organisationen. „Regierung und KP müssen der chinesischen Bevölkerung ihr Recht auf Informations- sowie Presse- und Meinungsfreiheit gewähren und die Zensurmaßnahmen umgehend beenden.“
Trotz der Einschränkungen steigen die User-Zahlen: Über 160 Millionen Menschen nutzen in China das Internet und es gibt mindestens 1,3 Millionen Webseiten. Aber die Möglichkeiten, die das Internet zur freien Meinungsäußerung bietet, werden von dem chinesischen Zensur- und Überwachungssystem im Keim erstickt.
Der Bericht erklärt, wie dieses Kontrollsystem funktioniert und nennt die Hauptakteure, etwa das der Regierung angegliederte „Büro für Internetpropaganda“ sowie das „Büro für Information und öffentliche Meinung“ und das „Internetbüro“ (beides Ableger der ehemaligen KP- Propagandaabteilung).
Außerdem zeigt der Bericht, wie das Pekinger „Büro für Internetpropaganda“ redaktionelle Kontrolle über die führenden Nachrichten-Webseiten der Hauptstadt ausübt. So werden etwa Beispiele für Anweisungen aufgelistet, die das Büro an die Verantwortlichen geschickt hat.
Ein Test mit Schlüsselbegriffen zur KP oder dem Tiananmen Massaker, den der Techniker auf drei verschiedenen chinesischen Internetseiten durchgeführt hat, zeigt, dass zwar noch Unterschiede bei der Internetzensur bestehen, die Behörden die Onlinemedien aber gezwungen haben, sich in allen sensiblen Bereichen selbst zu zensieren.
Abschließend wird empfohlen, Proxy-Server nutzen sowie Blogs, Diskussions-Foren und die Möglichkeit via Internet zu telefonieren. Auch sollte man sich die zwischen Provinzen und administrativen Zuständigkeiten unterschiedlichen Zensur-Niveaus zu Nutze machen.
2007-10-07
Zensierte Websites in China
Gerade den Hinweis bekommen:
Unter
www.greatfirewallofchina.org/
kann man nachsehen, welche Websites von der chinesischen Great Firewall geblockt werden. In der FAQ steht allerdings auch, dass dies kein 100-prozentig zuverlässiges Tool ist.
2007-01-30
Ausländische IT-Firmen können in China nicht punkten
Der chinesische Internet-Markt stellt sich für ausländische Größen als schwieriges Terrain dar:
Ich bin eigentlich gar kein Techniktyp", sagt Jack Ma. Statt am Computer zu sitzen, geht Chinas Internetguru lieber mit seinen Schäferhunden in seiner Heimatstadt Hangzhou im Osten Chinas spazieren. Und denkt über das nach, was ihm seine Kunden erzählen. "Wir sind so weit gekommen, weil wir auf unsere Kunden hören statt auf Experten", sagt Ma. Der Gründer und Chef der Firmengruppe Alibaba hat die weltweit größte Online-Handelsplattform für Unternehmen aufgebaut. Er hat den Auktionsriesen Ebay vom chinesischen Markt verdrängt, auch der Internetpionier Yahoo hat sein kriselndes Chinageschäft an den neuen Star der IT-Branche übertragen - damit er es richte. Das war nicht immer so. Mit vollen Kassen und großen Tönen waren Yahoo, Ebay, Google und Amazon nach China gezogen, um das Reich der Mitte zu erobern. Was im Westen funktioniere, könne man sicher auch den Chinesen überstülpen, dachte man - und scheiterte. Sie kamen, sahen und siechten im zweitgrößten Onlineland der Welt nach den USA. Sämtliche Segmente des chinesischen IT-Markts werden heute von heimischen Anbietern kontrolliert. Die Chinesen chatten am liebsten mit QQ, für Nachrichten und Entertainment klicken sie auf die Portale von Sina oder Sohu. Sie durchsuchen das Netz am häufigsten mit Baidu und kaufen am meisten bei dem Portal Dangdang. "Viele denken, im Internet gäbe es keine Grenzen", sagt Zhang Dongming, Chefforscherin bei der IT-Beraterfirma BDA China in Peking, "das stimmt aber nicht." ... Auch der Suchmaschinengigant Google findet bislang keine Strategie gegen den lokalen Konkurrenten Baidu. Damit ein chinesischer Suchauftrag Relevantes ausspuckt, muss die Software aneinandergereihte Schriftzeichen elegant in Satzteile zerlegen. Baidu hat sich darauf früh spezialisiert, Google nicht. Baidu hat einen Marktanteil von 62 Prozent; Google 25 Prozent, Tendenz fallend.
2007-01-14
China wird für Forschung & Entwicklung interessanter
Konzerne verlegen inzwischen auch ihre Forschungs- und Entwicklungsabteilungen verstärkt nach China, berichtet die LA Times. Mal sehen, wie sich das auf Patentaktivitäten im Reich der Mitte auswirkt:
En Li left China in 1986, convinced that was the best way to become a world-class biologist. The alternative was getting trained at poorly equipped Chinese labs or universities hollowed by the Cultural Revolution. So the graduate of Peking University went to Boston and obtained a doctorate in biology from MIT. He joined the faculty at Harvard Medical School, teaching and doing cutting-edge research in genetics. Three years ago, Li was recruited by drug maker Novartis for its global lab in Cambridge, Mass. But this spring, Li will move back here to head Novartis' newest research venture — a $100-million center that will eventually employ 400 scientists to pursue cures for infectious diseases and other ailments common among the Chinese. "I want to do something significant for the people in China," said Li, 45, a soft-spoken man with streaks of gray through his hair. "It's exciting." Li and other Chinese-born scientists working overseas are at the forefront of a new wave of foreign investment in China. After two decades of pouring billions of dollars into factories, a growing number of multinational companies like Novartis are establishing research beachheads in the Asian nation. Eager to develop products for China's vast market and tap the nation's growing pool of engineers and scientists, dozens of corporations, including Hewlett-Packard Co., Siemens, Google Inc. and Johnson & Johnson, announced in recent months the opening of Chinese research and development facilities, mostly here and in Beijing. By the time China's Ministry of Commerce compiles the statistics for 2006, it expects to see well over 800 research centers with foreign investors in the country, up from an estimated 100 six years earlier. The ramp-up signals a new stage of economic development for the rising power, as it moves beyond its role as the global leader in the production of cheap toys, textiles and fur. Increasingly, Chinese exports are electronics, appliances and ships. "The time that any foreign company can build factories and easily enjoy tax breaks is gone," said Mei Xinyu, a research analyst at the Ministry of Commerce. "Now China is making a choice among all these foreign investments, and those blood-and-sweat factories will not be welcomed anymore." China's overall spending on research in 2006 has been estimated at $136 billion, up 20% from the previous year, according to the Organization for Economic Cooperation and Development. About 16% of that is foreign-affiliated research spending, says Mario Cervantes, a senior economist at the Paris-based group.
2007-01-11
Wird China zum Opfer seines eigenen Erfolgs?
Der Economist schreibt, dass gerade die Boom-Zentren Chinas schon wieder zu teuer werden für das internationale Kapital und viele Multinationals inzwischen angrenzende Länder für Fabrikeröffnungen bevorzugen:
So far, most industrial development in China has taken place in the country's eastern coastal regions, particularly around Shanghai and the Pearl River Delta near Hong Kong. But costs in these centres are now rising sharply. Office rents are soaring, industrial land is in short supply and utility costs are climbing. Most significant of all are rocketing wages. In spite of the mass migration of workers from China's vast interior to the coast, pay for factory workers has been rising at double-digit rates for several years. For managers, the situation is worse still. “China has become a victim of its own success,” sighs Peter Tan, president and managing director of Flextronics in Asia. He finds it especially hard to hire and retain technical staff, ranging from finance directors to managers versed in international production techniques such as “six sigma” and “lean manufacturing”. There are not enough qualified workers to go around, causing rampant poaching and extremely fast wage inflation. “China is definitely not the cheapest place to produce any more,” he says. An analysis of labour rates across Asia by CLSA's Mr Brixen supports that view. Average wages for a factory worker, combined with social security costs, came to almost $350 a month in Shanghai in 2005 and almost $250 a month in Shenzhen. By comparison, monthly wages were less than $200 in Manila, around $150 in Bangkok and just over $100 in Batam in Indonesia. Although the productivity of Chinese workers is rising, in many industries it is not keeping pace with wages. One solution is for companies to move inland where many costs are much lower than on China's heavily developed coastline. Indeed, the government has been promoting such a policy since 2000, to spread the benefits of development to China's poor interior. Domestic Chinese companies have led the charge into the hinterland and a small, but growing, number of foreign firms have followed them. ... But not everyone is convinced. At Flextronics, Mr Tan's China factories are all located in eastern coastal provinces. “We have no interest in going west,” he says, because it is too expensive to get products to America and Europe from there. Other observers add that the shortage of management talent inland is even greater than on the coast. And it is not easy persuading expatriate workers to take their families to places like Chongqing and Chengdu, where foreign companions and international schools are thin on the ground. So many firms decide they would rather invest elsewhere in Asia. Costs are only part of the equation. Just as important is diversification. Having already moved a big chunk of their production to China, many firms are reluctant to put any more of their eggs in the same basket.



