2010-04-10

China kopiert Transrapid

Das wird Siemens & Co. sicher nicht sonderlich freuen: Chinesische Ingenieure haben einen Transrapid im Eigenbau vorgestellt, meldet das Forum Magnetschwebebahn (International Maglev Board):
China's first independently built high-speed magnetic levitation (maglev) train was formally unveiled on Thursday, April 8th, in Chengdu, capital city of southwestern Sichuan Province. The Chengdu Aircraft Industrial Company, a subsidiary of the Aviation Industry Corporation of China (AVIC), handed over its first vehicle section to the Shanghai Maglev Transportation Development Company (SMTDC), the group that introduced the country's first high-speed commercial maglev train in 2002. ... In media reports, Wu Xiangming, Chief Engineer of SMTDC's Expert Group, said, "This is the first domestically designed and produced maglev train in China. We own the independent intellectual property rights." ... Further, Dai Ganchang, AVIC Engineer, said, "We had a deal with Germany. They introduced technology to us and we digested it. Currently, we only import some parts from Germany. The design and manufacturing are totally home-grown." ... From an International Maglevboard's perspective, this announcement signals a predictable shift in China's interests from simply being a user of foreign technology to becoming a manufacturer with unique and sellable know-how. Having apparently mastered the manufacturing and assembling of vehicles and many of their internal components, the next step is to gain the engineering expertise to reproduce the all-important levitation, guidance and propulsion functions.

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2008-06-17

Wirtschaftssymposium: China und der Westen

Und gleich noch eine Veranstaltungsmeldung: Das Humboldt-Forum Wirtschaft veranstaltet am 25. Juni ein Ökonomisches Symposium zum Thema China und der Westen:
Seit der Öffnung nach Westen unter Deng Xiaoping Anfang der 80er Jahre kann China auf einen rasanten wirtschaftlichen Aufstieg zurückblicken: Wachstumsraten im zweistelligen Bereich, pulsierende Megacities, neue Kapitalmärkte, Chinas wachsender Anteil am Welthandel und Prestigepro-jekte wie die diesjährigen Olympischen Sommerspiele in Peking sind ebenso Folgen dieser Öffnung wie Umweltprobleme, soziales Wohlstandsgefälle, Rohstoffknappheit, kulturelle Spannungen, Handelsungleichgewichte sowie stärkere Konkurrenz für westliche Unternehmen und deren Arbeitnehmer.

Zwischen Peking und Hongkong entsteht eine neue Wirtschaftsmacht von rasch zunehmendem Gewicht. China erschließt sich inzwischen auch westliche Märkte und beeinflusst die Weltwirtschaft in zunehmendem Maße, nicht nur auf dem Gebiet der Produktion, sondern auch in Forschung und Entwicklung. Chinesische Investoren sind mittlerweile aus der Weltwirtschaft nicht mehr wegzudenken: in Afrika finanzieren sie Infrastrukur- und Energieversorgungsprojekte, in den USA versorgen ihre Staatsfonds taumelnde Banken mit Liquidität. Bei den Olympischen Spielen werden wir in diesem Jahr vielleicht einen Eindruck von der Zukunft bekommen: Laufen die Chinesen den Amerikanern davon?

Die Nebenwirkungen des Wachstums dieses neuen Standbeins der Weltwirtschaft stellen eine große Herausforderung dar. Die Verschmutzung von Luft und Wasser gehören ebenso dazu wie die Konkurrenz um Rohstoffe, insbesondere die um Öl und Gas. Der neue Wohlstand verharrt in den Küstenstädten und ist im chinesischen Inland nicht angekommen. Die transatlantische Gemeinschaft einerseits und die Chinesen andererseits sind sich in der Frage um die Universalität der Menschenrechte ebenso uneinig wie über künftige Macht- und Einflusssphären wirtschaftlicher, geostrategischer und militärischer Art. ... In Vorträgen, Podiumsdiskussion und Workshops wird nachvollzogen wer-den, wie Chinas Strategiewechsel von Abschottung hin zur Marktöffnung tiefgreifende Wandlungsprozesse in wirtschaftlichen, gesellschaftlichen und politischen Strukturen zur Folge hat.

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2007-02-27

China will weg von der Massenproduktion

Ein Bericht aus der FTD-Serie zum angestrebten Image-Wandel Chinas beschäftigt sich mit den Bemühungen Pekings, das Land vom Ruf des Billigheimers zu befreien:
Chinas Exportwachstum kannte in den letzten Jahren kein Halten. ... Doch auch in China sind die Zahlen kein Grund mehr zur reinen Freude. Handelsminister Bo Xilai erklärte den "Abbau von Überschüssen" zur handelspolitischen Toppriorität im Jahr 2007. China will mehr importieren, lautet die Botschaft an die Handelspartner ... Die Exportflut zu niedrigen Preisen schadet nicht nur Chinas Image, sondern ist nach Ansicht der Regierung auch ein Zeichen für falsch gesetzte Prioritäten. Arbeitnehmerrechte und der schonende Umgang mit Ressourcen bleiben bei der Massenproduktion auf der Strecke, fürchtet die Führung - aber auch der technologische Fortschritt. Die Kritik aus dem Ausland sei "eine Gelegenheit für China, seinen Handel auf Produkte mit höherer Wertschöpfung umzustellen und die Exportstruktur zu verbessern", sagte Bo. Die Regierung will deshalb die Exportproduktionszonen, aus denen vor allem Massengüter kommen und mit denen das Wirtschaftswunder in den 80er-Jahren begann, austrocknen und die Steueranreize für Investoren auslaufen lassen. Stattdessen fördert sie künftig 18 Hightech-Cluster. Neben der Informationstechnologie gehören Biomedizin, Elektronik und Luftfahrt zu den Zukunftsindustrien Chinas, welche die "Exportinnovationsbasis" erweitern sollen. Mit Erfolg brachte die Regierung eine Reihe internationaler Hersteller dazu, Forschungs- und Entwicklungszentralen in diesen Zonen zu etablieren - trotz des Misstrauens, das viele Unternehmen China beim Schutz des geistigen Eigentums entgegenbringen. Doch das reicht den ehrgeizigen Planern nicht: Inzwischen steckt Peking mehr als 1,3 Prozent des Bruttoinlandsprodukts in die Forschung. Für ein Schwellenland ein hoher Anteil, der bis 2020 auf 2,5 Prozent steigen soll. Und die etwa eine Million Forscher haben längst mit ihrer Aufholjagd begonnen: Zwar kamen 2006 weniger als drei Prozent der internationalen Patentanmeldungen aus China - doch schätzt die World Intellectual Property Organization den Zuwachs im Vergleich zum Vorjahr auf rund 57 Prozent.

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2007-01-14

China wird für Forschung & Entwicklung interessanter

Konzerne verlegen inzwischen auch ihre Forschungs- und Entwicklungsabteilungen verstärkt nach China, berichtet die LA Times. Mal sehen, wie sich das auf Patentaktivitäten im Reich der Mitte auswirkt:
En Li left China in 1986, convinced that was the best way to become a world-class biologist. The alternative was getting trained at poorly equipped Chinese labs or universities hollowed by the Cultural Revolution. So the graduate of Peking University went to Boston and obtained a doctorate in biology from MIT. He joined the faculty at Harvard Medical School, teaching and doing cutting-edge research in genetics. Three years ago, Li was recruited by drug maker Novartis for its global lab in Cambridge, Mass. But this spring, Li will move back here to head Novartis' newest research venture — a $100-million center that will eventually employ 400 scientists to pursue cures for infectious diseases and other ailments common among the Chinese. "I want to do something significant for the people in China," said Li, 45, a soft-spoken man with streaks of gray through his hair. "It's exciting." Li and other Chinese-born scientists working overseas are at the forefront of a new wave of foreign investment in China. After two decades of pouring billions of dollars into factories, a growing number of multinational companies like Novartis are establishing research beachheads in the Asian nation. Eager to develop products for China's vast market and tap the nation's growing pool of engineers and scientists, dozens of corporations, including Hewlett-Packard Co., Siemens, Google Inc. and Johnson & Johnson, announced in recent months the opening of Chinese research and development facilities, mostly here and in Beijing. By the time China's Ministry of Commerce compiles the statistics for 2006, it expects to see well over 800 research centers with foreign investors in the country, up from an estimated 100 six years earlier. The ramp-up signals a new stage of economic development for the rising power, as it moves beyond its role as the global leader in the production of cheap toys, textiles and fur. Increasingly, Chinese exports are electronics, appliances and ships. "The time that any foreign company can build factories and easily enjoy tax breaks is gone," said Mei Xinyu, a research analyst at the Ministry of Commerce. "Now China is making a choice among all these foreign investments, and those blood-and-sweat factories will not be welcomed anymore." China's overall spending on research in 2006 has been estimated at $136 billion, up 20% from the previous year, according to the Organization for Economic Cooperation and Development. About 16% of that is foreign-affiliated research spending, says Mario Cervantes, a senior economist at the Paris-based group.

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