2012-08-21

Chinas Wirtschaftswachstum kommt weiter ins Stocken

Die "Welt" wirft einen skeptischen Blick auf den "Weltwirtschaftsmotor" China:
Allmählich wird vielen mulmig. Denn die schlechten Nachrichten reißen einfach nicht ab. Viele beschleicht daher inzwischen das Gefühl, dass es jetzt ans Eingemachte geht. "Immer mehr Investoren stellen die Wachstums-Story Chinas in Frage”, stellt Jim O’Neill, Chef von Goldman Sachs Asset Management, fest.Das allerdings wäre eine völlig neue Dimension. Denn China ist heute nicht irgendein Markt. Es ist der Wachstumsmotor für die Weltwirtschaft schlechthin, und auch das Wohl und Wehe der Finanzmärkte hängt größtenteils davon ab, wie es dort läuft. Ein Kollaps der chinesischen Wirtschaft hätte katastrophale Folgen für China, für die Welt, für Deutschland.

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2012-03-06

China spürt die Finanz- und Wirtschaftskrise

Auch das Reich der Mitte kann sich nicht aus den Verstrickungen der internationalen Staatspleiten und Schuldenkrise ganz heraushalten und muss seine Wachtsumsprognose senken. Das "Manager Magazin" titelt und berichtet:
Wachstumsmotor China stottert. Zum Auftakt der diesjährigen Tagung des Volkskongresses in Peking gab Chinas Ministerpräsident Wen Jiabao nur noch 7,5 Prozent Wachstum als Ziel für dieses Jahr vor. Angesichts der globalen Wirtschaftskrise ist es die niedrigste Prognose seit acht Jahren. In seinem Rechenschaftsbericht vor den rund 3000 Delegierten in der Großen Halle des Volkes rief Wen dazu auf, die heimische Nachfrage zu stärken. Der Regierungschef nannte das bislang rasante, meist zweistellige Wachstum in China "unausgewogen, unkoordiniert und nicht aufrecht zu erhalten". Die Qualität des Wachstums müsse verbessert, Entwicklungsmechanismen und Wirtschaftsstrukturen müssten transformiert werden.
Passend dazu gibt es am 12. März in Hamburg um 19 Uhr eine Diskussion zum Thema "Wachstum ohne Grenzen? Chinas Aufstieg in der Weltwirtschaft" von der Körber-Stiftung in der Reihe "Magnet China". Dabei sind Wang Shuo, leitender Redakteur des chinesischen Wirtschaftsmagazins Caixin Media, und Jörg Wuttke, Geschäftsführer und Generalbevollmächtigter von BASF China.

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2011-01-10

Chinas Rückkehr zur Supermacht?

"Die Welt" spekuliert über Chinas alt-neuen Supermacht-Status:
Die Chinesen machen die Welt schwindelig. Keine Woche vergeht bei uns ohne Titelseiten von Magazinen oder Fernseh-Features, die respektvoll, ehrfürchtig, Furcht einflößend oder rätselnd raunen und warnen über die heraufkommende, bald alles beherrschende Supermacht. Was immer wieder vergessen wird: Es geht nicht um eine einfache globale Gewichtsverschiebung. Die passiert alle paar Generationen. Wir aber erleben eine historische Premiere: Zum ersten Mal wird eine einst führende Weltmacht nach vielen Jahrhunderten ein grandioses Comeback feiern.

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2010-10-26

Huawei-Vorstoß in die USA wird skeptisch verfolgt

Der chinesische Telecom- und Netzwerkausrüster Huawei will den amerikanischen Markt endgültig erobern und Cisco sowie US-Netzbetreibern verstärkt in den USA vor Ort Konkurrenz machen, was dort laut New York Times aber zum Runzeln vieler Augenbrauen führt:
Some in Congress and the national security establishment fear that Huawei’s close ties to the Chinese military might allow China to tamper with American communications gear. Last week, Senator Joseph I. Lieberman, independent of Connecticut, and three other members of Congress wrote a letter to Julius Genachowski, chairman of the Federal Communications Commission, raising the specter that an equipment sale might permit the Chinese government to manipulate parts of the communications network, making it possible to disrupt or intercept phone calls and Internet messages. Anticipating these hurdles, Huawei has hired a remarkable array of Washington lobbyists, lawyers, consultants and public relations firms to help it win business in the United States. It has also helped create Amerilink Telecom, an American distributor of Huawei products whose high-powered board includes former Representative Richard A. Gephardt, the former World Bank president James D. Wolfensohn and the one-time chief executive of Nortel Networks, William A. Owens. Amerilink executives say they are primarily interested in helping Huawei overcome objections that its entry into the American market could jeopardize national security. “We take the accusations very seriously,” said Kevin Packingham, who recently left Sprint to become chief executive of Amerilink. “But regardless of the accusations, we have a model in place that ensures the security” of the network should Huawei win American contracts, he said. The effort is beginning to pay off. This fall, the American Internet communications firm Clearwire will begin testing a system based on Huawei’s 4G, or fourth-generation, network technology.

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2010-10-11

China holt bei Super-Computern auf

Business Week spekuliert darüber, dass sich das Reich der Mitte in der Rangliste der schnellsten Computer der Welt deutlich nach vorn schieben dürfte:
When a list of the world's 500 fastest computers is revealed on Nov. 15, it may contain a surprise. China, currently known to own the second-fastest computer, may reach the top spot. "Of the Top 10 machines today, China has two," says Jack Dongarra, director of the innovative computing laboratory at the University of Tennessee. "I know for sure they're going to have a third one in November." Dongarra has overseen the semiannual Top 500 list since it first appeared in 1993. "There's a great belief that the Chinese will be No.1," he says, adding that he has yet to see the data for next month's list. Having the world's speediest computer carries more than bragging rights. "It means that China is taking computing seriously," says Dongarra. It's a sign that China is taking steps to spur innovation, he says.

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2010-08-16

China wird zweitgrößte Volkswirtschaft weltweit

Das Reich der Mitte hat sich an Japan vorbei an Rang Zwei der größten Volkswirtschaften hinter den USA geschoben:
Nach vorläufigen Berechnungen der Regierung in Tokio belief sich Japans Bruttoinlandsprodukt (BIP) im zweiten Kalenderquartal auf 1,28 Billionen Dollar, während China auf 1,33 Billionen Dollar kam. Zwar lassen sich die Zahlen nicht ohne weiteres vergleichen, da sie nicht um saisonale Faktoren bereinigt sind. Dennoch gilt es als wahrscheinlich, dass der aufstrebende Nachbar Japan auch aufs ganze Jahr gesehen als Nummer Zwei ablöst. ... Japan hielt seit 1968 den Titel als zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt hinter den Vereinigten Staaten. Damals überholte Japan Deutschland. Die Japaner gehören trotz allem aber immer noch zu den reichsten Völkern der Welt. Das durchschnittliche Pro-Kopf-Einkommen betrug im vergangenen Jahr umgerechnet 37.800 Dollar, während die Chinesen nur auf 3600 Dollar pro Kopf kamen. Die Amerikaner lagen mit 42.240 Dollar deutlich auf Platz eins.

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2010-07-20

China weltweit größter Energieschlucker

Das Reich der Mitte nimmt mal wieder einen fraglichen globalen Spitzenplatz ein:
China hat die USA im vergangenen Jahr als größter Energieverbraucher der Welt überholt. Die rasant wachsende Volksrepublik habe 2009 eine Energiemenge konsumiert, die 2,252 Milliarden Tonnen Öl entspreche, berichtete die „Financial Times“ unter Berufung auf den Chefvolkswirt der Internationalen Energieagentur (IEA), Fatih Birol. Dies seien rund vier Prozent mehr als die Vereinigten Staaten. ... Allerdings verbrauche das Land pro Einwohner noch klar weniger Energie als die Vereinigten Staaten. Gleichzeitig sei der Energieeinsatz in China deutlich weniger effizient.

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2010-06-09

Arbeiterbewegung gewinnt in China an Bedeutung

Mit dem chinesischen Billiglohnparadies könnte es bald vorbei sein, schreibt die New York Times:
China’s wage contagion continues to spread. Honda Motors said Tuesday that workers at a parts plant had walked off the job just days after the company settled a separate strike by agreeing to substantial pay raises for 1,900 workers at its transmission factory. The new walkout, at an exhaust-system factory in the city of Foshan, will force Honda to halt work Wednesday at one of its four auto assembly plants in China, the company said. ... New pressure to raise pay and improve labor conditions, coming in part from the Chinese government, is likely to raise the cost of doing business in China and could induce some companies to consider shifting production elsewhere. Another big employer wrestling with labor issues, Foxconn Technology — a giant contract electronics manufacturer that has also announced wage increases in China this month — said Tuesday that it was reconsidering the way it ran its operations in response to criticism of its workplace practices. Foxconn, which has experienced a string of suicides among workers at its sprawling, citylike campuses in the southern metropolis of Shenzhen, said it was considering turning the management of some of its worker dormitories over to local governments in China. ... Foxconn, a subsidiary of Hon Hai Precision Industry of Taiwan, makes devices for companies like Apple, Dell and Hewlett-Packard. Hon Hai’s shares fell more than 5 percent Tuesday in Taiwan, to their lowest level since August, after the company said it would seek to pass on its higher labor costs to clients.

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2010-05-25

Chinas Marken-Problem

Chinesische Firmen haben in letzter Zeit zwar einige große westliche Marken (man denke nur an IBMs ThinkPad oder Volvo) aufgekauft. Damit können sie sich allerdings weniger auf dem internationalen Markt durchsetzen, als vielmehr in der Heimat überleben, schreibt die Washington Post in einer Analyse:
Last year, China overtook Germany to become the world's largest exporter, and this year it could surpass Japan as the world's No. 2 economy. But as China gains international heft, its lack of global brands threatens its dream of becoming a superpower. No big marquee brands means China is stuck doing the global grunt work in factory cities while designers and engineers overseas reap the profits. Much of Apple's iPhone, for example, is made in China. But if a high-end version costs $750, China is lucky to hold on to $25. For a pair of Nikes, it's four pennies on the dollar. "We've lost a bucketload of money to foreigners because they have brands and we don't," complained Fan Chunyong, the secretary general of the China Industrial Overseas Development and Planning Association. "Our clothes are Italian, French, German, so the profits are all leaving China. . . . We need to create brands, and fast." ... The Chinese computer maker Lenovo, which bought IBM's ThinkPad in 2004, wasn't the first Chinese company to acquire a big foreign brand, but it's still considered the pioneer. ... Lenovo responded by following the lead of an increasing number of Chinese firms: returning to its roots. Yuan Yuanqing was reappointed its chief executive and refocused Lenovo on the company's one bright spot: the China market. Sales skyrocketed, despite lackluster performance overseas. Lenovo, according to Bob O'Donnell, a longtime expert on personal computers at IDC, "became a Chinese company again." Still, analysts said Lenovo's rocky foreign adventure saved the company.

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2010-05-21

Media Markt vs. Best Buy in China

Die FTD berichtet über den Kampf um die Vorherrschaft im Handel mit Verbraucherelektronik in China:
Die Huai Hai Road ist eine feine Adresse in Schanghai. Den Prachtboulevard säumen Filialen von Hermès und Louis Vuitton, genauso wie ein riesiger Barbie-Store und Handygeschäfte. An der Nummer 527 soll im Oktober auf sechs Etagen der erste Media Markt Chinas eröffnen, ein Flagshipstore mit 9000 Quadratmetern Verkaufsfläche. Wan De Cheng, wird Media Markt auf Chinesisch heißen: Stadt, in der du alles bekommst. ... Die anderen, das ist vor allem der Konkurrent Best Buy aus den USA, die weltweite Nummer eins. Bislang sind sich die beiden Handelsgiganten aus dem Weg gegangen. Die Marktführer hatten die Welt unter sich aufgeteilt: Best Buy beherrscht Nordamerika, Media Markt Europa. Nun fordern die Deutschen in China zum ersten Mal einen Konkurrenten heraus, der noch größer und aggressiver ist als sie selbst - und der sich bereits daranmacht, sie in ihrer Heimat anzugreifen. Es geht dabei um nichts weniger als um die Vorherrschaft im weltweiten Elektrohandel. China gilt dabei als Schlüsselmarkt, schon heute umgerechnet 82 Mrd. Euro schwer. In fünf Jahren sollen dort rund 180 Mrd. Euro mit Elektrogeräten umgesetzt werden. Best Buy ist bereits seit 2006 im Land und betreibt dort mit der Schwestermarke Five Star mehr als 180 Filialen. Und auch sonst haben die Amerikaner die Nase vorn: In seinen mehr als 4000 Geschäften setzte der US-Riese 2009 knapp 50 Mrd. $ um, während die Deutschen mit ihren knapp 800 Läden auf 19 Mrd. Euro kamen.

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2010-04-26

VW investiert weiter massiv in China

Volkswegen buttert erneut viel Geld in den chinesischen Markt:
Weil der Automarkt in China unerwartet kräftig wächst, muss der größte europäische Autobauer Volkswagen seine Investitionen in dem Land um 1,6 Milliarden auf 6 Milliarden Euro anzuheben. Mit dem Geld will der Konzern seine führende Stellung in China verteidigen, wie der Autobauer am Montag in Wolfsburg mitteilte. ... Die 6 Milliarden Euro sollen laut VW in neue Modelle und weitere Produktionskapazitäten in China gesteckt werden. Finanziert werden die Summen allein durch Einnahmen in China. "Unser langfristiges Ziel, die Verdopplung unseres Absatzes auf zwei Millionen Fahrzeuge, werden wir planmäßig erreichen", sagte VW-China-Chef Winfried Vahland. ... VW will zudem ab 2013/2014 Elektroautos in China bauen.

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2010-03-29

Chinesen schlucken Volvo

Wieder mal geht eine internationale Traditionsmarke an China:
Der schwedische Autobauer Volvo wird an den chinesischen Hersteller Geely verkauft. Nach langen Verhandlungen brachte der US-Autokonzern Ford das Geschäft unter Dach und Fach. Der Vertrag sei zum Wochenschluss unterzeichnet worden, teilte ein Volvo-Sprecher am Sonntag mit. Geely zahle 1,8 Mrd. $ für die schwedische Traditionsmarke. Mit einem Abschluss der Transaktion sei für das dritte Quartal zu rechnen. Durch den Zukauf stärkt sich Geely für seine internationale Aufholjagd mit europäischer Technologie. Das größte Privatunternehmen der Branche in China will den Hauptsitz, die Produktionsanlagen und das Forschungszentrum Volvos in Schweden belassen.

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2010-03-08

Große Lücke im chinesischen Staatshaushalt

Die schlechten Wirtschaftsmeldungen aus China häufen sich:
China muss in diesem Jahr Schulden machen wie nie zuvor. Trotz der wirtschaftlichen Erholung wird das Haushaltsdefizit in diesem Jahr mit 1,05 Billionen Yuan (derzeit rund 113 Milliarden Euro) den höchsten Stand seit der Gründung der Volksrepublik vor 60 Jahren erreichen. Ursache des Defizits ist der geringe Anstieg der Staatseinnahmen wegen der weltweiten Wirtschaftskrise, wie Regierungschef Wen Jiabao zum Auftakt der diesjährigen Plenarsitzung des Volkskongresses berichtete. Als Wachstumsziel im laufenden Jahr gab er acht Prozent vor - nach einem Wachstum von 8,7 Prozent im Vorjahr. Nach den Konjunkturpaketen zur Ankurbelung der Wirtschaft im Vorjahr werden die Ausgaben der Zentral- und Lokalregierungen im diesjährigen Haushalt mit 11,4 Prozent nur noch halb so stark wachsen wie 2009. Im zentralen Haushalt von Finanzminister Xie Xuren allein steigen die Ausgaben nur noch um 6,3 Prozent.

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2010-03-01

China: Platzt bald die Boom-Blase?

In Telepolis wird mal wieder über das Platzen der China-Boom-Blase spekuliert - mit gewaltigen Folgen:
Letztendlich handelt es sich beim aktuellen chinesischen Boom-Zyklus um einen von Investments getriebenen Boom. Die Beispiele in Japan und USA haben aufgezeigt, wie solche Zyklen enden: in einem großen Knall. Der kommende Abschwung in China könnte sich als eine Monsterblase entpuppen, deren Platzen erst die eigentliche weltweite Depressionsphase einleiten wird. Damit dürfte sich der Crash von 2009 lediglich als Ouvertüre zu einem noch größeren ökonomischen Debakel offenbaren. ... Wenn es je eine größere Superblase in der Weltwirtschaft gegeben hat als die weltweiten Derivatemärkte, dann ist es der chinesische Immobilienmarkt. ... Die Investitionen bezogen auf das Bruttosozialprodukt erreichten im Jahr 2010 neue Höchststände. Hierbei sind Kapitalinvestitionen zum dominanten Wachstumstreiber der chinesischen Wirtschaft avanciert und dürften im Jahr 2009 für etwa 90 % des chinesischen Wachstums und über 50 % des chinesischen Bruttosozialproduktes verantwortlich gewesen sein. ... Das Wachstum der Kredite in China hat sich in den letzten Jahren um etwa 50 % mehr ausgeweitet als das Bruttosozialprodukt, womit sich das Risiko einer abrupten Kontraktion der chinesischen Wirtschaft stark erhöht hat.

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2010-02-26

China gehen die Billig-Arbeitskräfte aus

Billige Arbeiter werden im Süden und Südosten Chinas verstärkt zur Mangelware:
Die Exportindustrie in Chinas Küstenprovinzen Guangdong (in der Nachbarschaft von Hongkong) und Zheijiang (südlich von Shanghai) hat ein Problem, das sich bereits seit längerem angekündigt hat, aber für europäische Ohren dennoch ganz ungewöhnlich klingt: Arbeitskräftemangel. Nach dem gerade zuende gegangenen chinesischen Neujahrsfest fällt es vielen Unternehmen im Herzland der chinesischen Exportindustrie schwer, genug Arbeiter zu finden. Das geht aus einem Bericht der KP-Zeitung Global Times hervor. Viele Betriebe in der Exportindustrie beschäftigen meist junge Wanderarbeiter aus den Inlandsprovinzen. Wie in China üblich sind diese übers Neujahrsfest zu ihren Familien zurückgekehrt, und zeigen jetzt offenbar wenig Neigung, an ihre alten Arbeitsplätze zurückzukehren.

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2010-01-25

Angst vor Blase: Chinas Wirtschaft wächst & wächst

In China wächst die Wirtschaft wieder munter vor sich hin, doch die Entwicklung schürt auch Ängste vor einer neuen Blase:
Welch eine Weltwachstumslokomotive! Das frohlocken Optimisten. Das geht nicht mehr lange gut! Halten Skeptiker entgegen. Ein staatlicher Volkswirt rechnet für 2010 mit 9,5 Prozent Wachstum. Und provoziert die Frage: Wann steigt das Regime mit beiden Füßen auf die Kreditbremse? ... Hohes Wachstum bringt die Staatsführung in Peking in Zugzwang. In China wachsen Sorgen vor einer Überhitzung der Wirtschaft. Die Machthaber senden daher deutliche Signale für eine baldige Politikwende. Am Mittwoch vergangene Woche schlugen Kapitalmärkte weltweit Kapriolen, nachdem bekannt geworden war, dass der Bankenregulierer China Banking Regulatory Commission (CBRC) große Institute des Landes anwies, für den Rest des Monats keine Kredite mehr auszureichen. Die Staatsführung will das Kreditwachstum im Gesamtjahr 2010 auf 7500 Mrd. Yuan (1100 Mrd. $) begrenzen. Vergangenes Jahr hatten die Banken auf Betreiben der Politik die Kreditvergabe enorm ausgeweitet: Mit 9590 Mrd. Yuan erreichte sie ein neues Rekordhoch. Dies war ein Mittel, mit dem sich die Regierung gegen die Krise stemmte - und erreichte, dass China von den Verwerfungen kaum getroffen wurde.

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2009-10-12

Chinesen wollen beim Flugzeugbau mitmischen

Die Chinesen haben ein neues Geschäftsfeld entdeckt, berichtet die FTD:
China dringt in den von Airbus und Boeing beherrschten Markt großer Passagierflugzeuge vor. Um sich mit Schlüsseltechnologien zu versorgen, kaufen die Asiaten westliche Firmen auf, wie jüngst Österreichs größte Luftfahrttechnikfirma FACC. Zudem laden sie den Westen zur Beteiligung an ihrem neuen großen Modell C919 für bis zu 190 Passagiere ein. Es soll 2014 fliegen und 2016 ausgeliefert werden. Eine FTD-Umfrage zeigt reges Interesse der Zulieferer an dem chinesischen Modell. So bewirbt sich die Flugzeugsparte der deutsch-schweizerischen Liebherr-Gruppe um Aufträge für das Fahrwerk, die Flugsteuerung und das Luftsystem mit dem Kabinendruck. Die US-Triebwerkhersteller General Electric sowie Pratt & Whitney wollen den Antrieb liefern. Sie schlagen modernste Technologien vor, für die sich bislang noch nicht einmal Airbus und Boeing entschieden haben. Pratt & Whitney bietet einen neuartigen sparsamen Jetantrieb mit Getriebe an, an dem auch MTU aus München beteiligt ist. Der Einstieg Chinas in den modernen Flugzeugbau ist die größte Bedrohung für Airbus und Boeing.

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2009-09-29

Siemens kann mit ICE-Technik in China nicht punkten

Siemens muss im Wettlauf um Großaufträge Pekings auf dem Schienennetz zurückstecken:
Der weltgrößte Bahntechnikhersteller Bombardier Transportation hat aus China einen Milliardenauftrag für den Bau von 80 Hochgeschwindigkeitszügen erhalten. ... Für die Bahntechnikbranche ist Bombardiers Geschäft mit dem chinesischen Bahnministerium vor allem deshalb von Bedeutung, weil das kanadische Unternehmen dabei zum ersten Mal seine eigene Zefiro-Technologie verkauft. Der Hochgeschwindigkeitszug Zefiro 380 wird mit maximal 380 Kilometern pro Stunde der schnellste gewerblich eingesetzte Zug sein. ... Marktführer sind bislang Velaro von Siemens, eine Technologie, die auf dem ICE 3 der Deutschen Bahn basiert, und die TGV-Technologie des französischen Siemens-Konkurrenten Alstom.

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2009-09-23

Chinas Reiche stehen auf Luxus

Protzen gehört zum guten Ton unter Chinas Spitzenverdienern meldet Telepolis:
Mittlerweile ist, wie chinesische Medien berichten, China das Land geworden, in dem weltweit am meisten Luxusschlitten gekauft werden. So seien zwar die globalen Verkaufszahlen von BMW gesunken, aber die Verkäufe in China um 26 Prozent gestiegen. BMW steht ganz oben in der Liste der Luxusgüter, dann kommen Louis Vuitton, Mercedes-Benz und Rolex. Überhaupt werden 25 Prozent der Luxusgüter in China gekauft. Eben habe man die USA überholt und sei nach Angaben der World Luxury Association zum Land mit dem weltweit zweitgrößten Markt für Luxusgüter geworden. Darauf soll man allerdings nicht stolz sein, mahnt People's Daily. 13 Prozent der Chinesen kauften 2007, also vor der Wirtschaftskrise, noch Luxusgüter. Das stimme mit der Verteilung des Reichtums überein, die höchst ungleich sei, heißt es in dem parteieigenen Medium. 20 Prozent besitzen 80 Prozent des Reichtums, während viele Millionen gerade einmal von einem Dollar am Tag leben müssten. Der wachsende Konsum an Luxusgütern weise darauf hin, dass die Schere zwischen Arm und Reich weiter aufgehen könne.

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2009-09-21

Chinas "Krebsdörfer"

Reuters berichtet über weitere Schattenseiten des Booms in China und macht dabei regelrechte "Krebsdörfer" in einigen der "blühenden" Regionen im Reich der Mitte aus:
Cancer casts a shadow over the villages in this region of China in southern Guangdong province, nestled among farmland contaminated by heavy metals used to make batteries, computer parts and other electronics devices. Every year, an estimated 460,000 people die prematurely in China due to exposure to air and water pollution, according to a 2007 World Bank study. Yun Yaoshun's two granddaughters died at the ages of 12 and 18, succumbing to kidney and stomach cancer even though these types of cancers rarely affect children. The World Health Organization has suggested that the high rate of such digestive cancers are due to the ingestion of polluted water. "It's because of Daboshan and the dirty water," said the 82-year-old grandmother. "The girls were always playing in the river, even our well water is contaminated," Yun told Reuters during a visit to the village. The river where the children played stretches from the bottom of the Daboshan mine, owned by state-owned Guangdong Dabaoshan Mining Co Ltd, past the ramshackle family home. Its waters are contaminated by cadmium, lead, indium and zinc and other metals. ... "China has many 'cancer villages' and it is very likely that these increased cases of cancer are due to water pollution," said Edward Chan, an official with Greenpeace in southern China. But it's not just water, the carcinogenic heavy metals are also entering the food chain.

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