2010-07-20

China weltweit größter Energieschlucker

Das Reich der Mitte nimmt mal wieder einen fraglichen globalen Spitzenplatz ein:
China hat die USA im vergangenen Jahr als größter Energieverbraucher der Welt überholt. Die rasant wachsende Volksrepublik habe 2009 eine Energiemenge konsumiert, die 2,252 Milliarden Tonnen Öl entspreche, berichtete die „Financial Times“ unter Berufung auf den Chefvolkswirt der Internationalen Energieagentur (IEA), Fatih Birol. Dies seien rund vier Prozent mehr als die Vereinigten Staaten. ... Allerdings verbrauche das Land pro Einwohner noch klar weniger Energie als die Vereinigten Staaten. Gleichzeitig sei der Energieeinsatz in China deutlich weniger effizient.

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2010-01-12

China wird zum global größten Automarkt

In China werden mittlerweile mehr Autos verkauft, als in jedem anderen Land der Welt:
Chinesische Autokonzerne hätten wichtige Käufe im Ausland gemacht. Dazu seien die staatlichen Förderungen der Nachfrage nach Fahrzeugen gekommen, so dass nun China, wie China Daily sagt, zu einem "Lichtblick für die von der Finanzkrise gebeutelten Kfz-Hersteller" geworden sei. China hat allerdings keine allgemeine Schrottprämie eingeführt, sondern die Steuer für Autos unter 1,6 Litern gesenkt und nur "saubere" Fahrzeuge durch eine Schrottprämoe gefördert. Dazu kamen Hilfen für Bauern. 2009 wurde in China die Rekordmenge von 13,6 Millionen Fahrzeugen verkauft, 46 Prozent mehr als 2008. An der Spitze stehen Sedans und Shanghai Volkswagen. In den USA seien dagegen gerade einmal 10,4 Millionen Fahrzeuge und kleinere Lastwagen verkauft werden. Man ist zwar ehrlich und räumt ein, dass bei den chinesischen Zahlen auch die schweren Lastwagen inbegriffen sind. Da in den USA aber davon nur 650.000 verkauft wurden, liege China noch immer vorne. ... Insgesamt gibt es nun 186 Millionen Kraftfahrzeuge, davon sind allerdings 51 Prozent Motorräder oder Mopeds. 200 Millionen Chinesen von 1,3 Milliarden können nun ein Kraftfahrzeug fahren.

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2010-01-02

China stellt neuen Hochgeschwindigkeitszug vor

Neben dem Transrapid sollen in China auch bald Züge auf Basis der gängigen Eisenbahntechnik dem Verkehr Dampf machen:
Averaging 217 mph (350 km/h), the new train is faster than a speeding bullet train, and will link Wuhan in central China to Guangzhou in the south, covering a total distance of 663 miles (1,068 km). The new rail service will cut the travel time between the cities from over 6 hours down to 2 hours and 45 minutes. ... China’s new rail service travels through 20 cities along its route, connecting central China and less developed regions to the larger and more industrial Pearl River Delhi. Siemens, Bombardier and Alstom worked together to design and build this feat of modern transportation, which topped out at a whopping 245mph (394 km/h) during trial runs earlier in December. The average speed will be 217 mph (350 km/h), which is much faster than the other high-speed trains around the world. Japan’s high-speed rail runs at an average of 243 km per hour, Germany’s at 232 km per hour, and France’s at 277 km per hour.

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2009-12-20

China lässt in Kopenhagen die Muskeln spielen

Peking hat auf dem Klimagipfel seine Macht gezeigt, meint ein Kommentar der FTD:
China ist eine uralte Macht und Chinesen kennen sich mit Herrschaftssymbolen aus. Aber selbst für einen Staat wie China war es eine ungewöhnliche Machtdemonstration. Ministerpräsident Wen Jiabao residierte in einem Hotel außerhalb des Konferenzzentrums.
Zweimal musste US-Präsident Barack Obama, der immer noch gern als der mächtigste Mann der Welt bezeichnet wird, am Freitag das Bella Center verlassen und bei Wen vorsprechen, um den Klimagipfel irgendwie zu retten. Beim zweiten Mal ließ Wen Obama sogar warten, nach Angaben aus internationalen Verhandlungskreisen über eine halbe Stunde. Er habe noch andere Gesprächspartner, ließ Wen ausrichten. Ins Konferenzzentrum ging Wen nur einmal, um vor der Vollversammlung Chinas Sicht der Dinge darzulegen. An den Verhandlungen in der 25er-Gruppe nahm er anders als Obama, Kanzlerin Angela Merkel oder Brasiliens Präsident Jose Ignacio Lula da Silva nicht teil. Und Wens Vertreter dort verschwand am Freitag um 16 Uhr und kam erst um 20.30 Uhr zurück - offenbar ohne Begründung. "Es zeigt sich ein selbstbewusstes China", sagte Merkel in der Nacht zum Samstag vor ihrem Rückflug nach Berlin. ... Viele afrikanische Staaten hängen inzwischen an chinesischer Entwicklungshilfe. Europäische Diplomaten sind überzeugt, dass die harten Interventionen Sudans gegen die dänische Leitung der Klimakonferenz von China gesteuert wurden. China macht jetzt das, was die USA und die Sowjetunion in den 60er, 70er und 80er Jahren betrieben haben - Vasallen um sich sammeln.

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2009-09-21

Chinas "Krebsdörfer"

Reuters berichtet über weitere Schattenseiten des Booms in China und macht dabei regelrechte "Krebsdörfer" in einigen der "blühenden" Regionen im Reich der Mitte aus:
Cancer casts a shadow over the villages in this region of China in southern Guangdong province, nestled among farmland contaminated by heavy metals used to make batteries, computer parts and other electronics devices. Every year, an estimated 460,000 people die prematurely in China due to exposure to air and water pollution, according to a 2007 World Bank study. Yun Yaoshun's two granddaughters died at the ages of 12 and 18, succumbing to kidney and stomach cancer even though these types of cancers rarely affect children. The World Health Organization has suggested that the high rate of such digestive cancers are due to the ingestion of polluted water. "It's because of Daboshan and the dirty water," said the 82-year-old grandmother. "The girls were always playing in the river, even our well water is contaminated," Yun told Reuters during a visit to the village. The river where the children played stretches from the bottom of the Daboshan mine, owned by state-owned Guangdong Dabaoshan Mining Co Ltd, past the ramshackle family home. Its waters are contaminated by cadmium, lead, indium and zinc and other metals. ... "China has many 'cancer villages' and it is very likely that these increased cases of cancer are due to water pollution," said Edward Chan, an official with Greenpeace in southern China. But it's not just water, the carcinogenic heavy metals are also entering the food chain.

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2008-10-29

China produziert so viele umweltschädliche Gase wie die USA

China verschmutzt die Umwelt in einem gleich hohen Maße wie die USA:
Gleichstand: Die Regierung in Peking hat erstmals eingeräumt, dass China und die USA etwa gleich viel Treibhausgase emittieren. Damit holt das asiatische Land die USA ein, den bisher größten Produzent der klimaschädlichen Gase. Die USA ist nicht mehr der größte Produzent von Treibhausgasen: "Nach unseren Daten haben die gegenwärtigen Emissionen Chinas etwa das gleiche Ausmaß wie die der USA erreicht", sagte der Vizedirektor der Reform- und Entwicklungskommission, Xie Zhenhua, vor Journalisten. Mit einer Bevölkerung von 1,3 Milliarden Menschen machten die Emissionen pro Kopf aber nur ein Fünftel der US-Werte aus. China erzeugt zwei Drittel seiner Energie mit Kohle. Diese starke Abhängigkeit werde eine Beschränkung der Treibhausgase ziemlich schwierig machen, so Zhenhua. Außerdem gingen 20 Prozent der chinesischen Emissionen auf die Produktion von Waren für den Export in entwickelte Staaten zurück.

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2008-04-16

China zum größten CO2-Verschmutzer gekürt

Laut kalifornischen Forschern hat China die USA beim Ausstoß an Kohlendioxid bereits überholt, sodass das Reich der Mitte nun als größter Treiber des Treibhauseffekts gilt:
China has already overtaken the US as the world's "biggest polluter", a report to be published next month says.
The research suggests the country's greenhouse gas emissions have been underestimated, and probably passed those of the US in 2006-2007. The University of California team will report their work in the Journal of Environment Economics and Management.
They warn that unchecked future growth will dwarf any emissions cuts made by rich nations under the Kyoto Protocol.
The team admit there is some uncertainty over the date when China may have become the biggest emitter of CO2, as their analysis is based on 2004 data. Until now it has been generally believed that the US remains "Polluter Number One".
Next month's University of California report warns that unless China radically changes its energy policies, its increases in greenhouse gases will be several times larger than the cuts in emissions being made by rich nations under the Kyoto Protocol.
The researchers say their figures are based on provincial-level data from the Chinese Environmental Protection Agency.

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2008-01-06

China startet Sondierung zum Umweltschutz

Peking will herausfinden, wie groß die Umweltschäden im Reich der Mitte bereits sind:
Es ist eine Erhebung gigantischen Ausmaßes: China will mit seiner ersten landesweiten Umfrage herausfinden, wie schlimm es um die Umwelt im eigenen Land bestellt ist. Dabei greift die Regierung auf einige Tricks zurück, um Provinzpolitiker zur Wahrheit zu ermutigen. China hat sich nach 30 Jahren Reformen seinen wirtschaftlichen Aufschwung teuer erkauft. Wasser, Luft und Böden sind durch Schadstoffe schwer belastet. 26 Prozent aller Oberflächengewässer von den Strömen bis zu den Seen seien selbst für eine wirtschaftliche Nutzung „völlig unbrauchbar“. 62 Prozent „eignen sich nicht für Fische“. 90 Prozent der Flüsse, die durch die Städte fließen, sind „umweltverseucht“, schrieb am Wochenende die staatliche Nachrichtenagentur Xinhua. Ihre Wasseranalyse deckt sich mit der fortschreitende Verschlechterung der Luft. Die Schwefeldioxid-Emissionen stiegen von 2000 bis 2005 um 27,8 Prozent. Mehr als ein Drittel des Landes und seiner Böden ist heute vom „Sauren Regen“ oder von Schwermetallen und Chemiegiften, die die Flüsse anschwemmen, geschädigt. Beim CO2-Ausstoß wird China, das seinen Strom vor allem aus Kohle erzeugt, in absoluten Zahlen vermutlich 2008 die USA einholen. Stimmen diese katastrophalen Bilanzen? Oder ist das Szenario gar noch schlimmer? Nur wenige Wochen nach der Bali-Konferenz will China mit seiner ersten landesweiten Umfrage seit Gründung der Volksrepublik wissen, wie es wirklich um seine Umwelt bestellt ist. Gleich nach dem Frühlingsfest sollen ab Mitte Februar hunderttausende Erheber zu einer zweimonatigen Bestandsaufnahme ausschwärmen. Die ein Jahr lang geschulten Befrager suchen die Schadstoff-Quellen in den Provinzzentren, Städten und Armeeeinheiten ebenso heim wie die Agrarbertriebe in den 2858 Landkreisen. Allein in der Hauptstadt Peking sollen 82.000 Schadstoff-Verursacher abgefragt werden. ...

Für die aufwendige Mamut-Befragung der Schadstoff-Verursacher aus vier verschiedenen Bereichen, die sich Peking umgerechnet rund 70 Millionen Euro kosten lässt, wurde als Stichtag der 31. Dezember 2007 festgelegt. Untersuchungsschwerpunkte sind neben den Unternehmen, die Schwermetalle, gefährlichen oder radioaktiven Abfall produzieren, auch die elf schlimmsten Verursacher aus der Papier-, Strom-, Stahlindustrie oder Petrochemie und 16 Branchen mit hohem Schadstoffausstoß wie Arzneimittel, Verkehrsbetriebe, Bergbau. Die Ergebnisse des ersten Umweltzensus Chinas sollen vor Juli 2009 veröffentlicht werden.

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2007-12-21

China kauft Dreckschleudern aus dem Westen auf

Die New York Times geht den Fallen der Globalisierung am Beispiel der Industrialisierung Chinas nach:
When residents of this northern Chinese city hang their clothes out to dry, the black fallout from nearby Handan Iron and Steel often sends them back to the wash. Half a world away, neighbors of ThyssenKrupp’s former steel mill in the Ruhr Valley of Germany once had a similar problem. The white shirts men wore to church on Sundays turned gray by the time they got home. These two steel towns have an unusual kinship, spanning 5,000 miles and a decade of economic upheaval. They have shared the same hulking blast furnace, dismantled and shipped piece by piece from Germany’s old industrial heartland to Hebei Province, China’s new Ruhr Valley. The transfer, one of dozens since the late 1990s, contributed to a burst in China’s steel production, which now exceeds that of Germany, Japan and the United States combined. It left Germany with lost jobs and a bad case of postindustrial angst. But steel mills spewing particulates into the air and sucking electricity from China’s coal-fired power plants account for a big chunk of the country’s surging emissions of sulfur dioxide and carbon dioxide. ...

China’s worsening environment has also upended the geopolitics of global warming. It produces and exports so many goods once made in the West that many wealthy countries can boast of declining carbon emissions, even while the world’s overall emissions are rising quickly. ...

“It seems to me that China is making all the mistakes that we made in the 19th century,” said Wilhelm Grote, an environmental regulator in Dortmund, who recalls washing his father’s car as a child, only to see it immediately blanketed by soot. “They will find it is much more expensive to fix up later than to do it right from the start.” Having ignored the environmental consequences of its industrial binge for years, the Communist Party leadership now says it is determined to develop a cleaner economic model. Beijing has tried to enforce ambitious — though so far unmet — targets to improve energy efficiency and reduce emissions. ...

There are few signs, however, that Chinese officials have real regrets about becoming the world’s hub of heavy industry.

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2007-12-13

China plant erste Öko-Stadt

Geht das überhaupt -- eine Öko-Oase mitten in einem Land, das den Umweltschutz bislang nicht sonderlich groß schreibt?:
Chinas Metropolen stehen für Verkehrschaos und Luftverschmutzung. Jetzt entsteht nahe Schanghai die erste Ökostadt der Welt. Dongtan soll den Weg weisen für eine nachhaltige Stadtentwicklung. Die Menschen werden mit Wassertaxis über die Kanäle der Stadt schippern und Ökogemüse aus der Nachbarschaft kaufen. Ein futuristischer Energiepark liefert Strom aus Wind, Solarenergie und Biomasse. In Dongtan auf der Insel Chongming nördlich von Schanghai wird in den nächsten Jahren Chinas erste Ökostadt entstehen. Bis 2020 sollen dort 80.000 Menschen aller Bevölkerungsschichten leben und arbeiten, in umweltfreundlichen Sektoren wie Medizintechnik oder Informationstechnologie. Er wolle mit dem Vorurteil aufräumen, eine saubere Umwelt sei nur etwas für Reiche, sagt Ma Chengliang, Chef der Dongtan-Entwicklungsgruppe SIIC. "Wir atmen doch alle dieselbe Luft." Den von der britischen Ingenieurfirma Arup erstellten Masterplan für Dongtan haben Schanghais Stadtväter bereits genehmigt. Demnächst laufen die ersten Architekturwettbewerbe an. Das klimaneutrale Dongtan soll zum Modell für die Stadt der Zukunft werden. Laut Arup ist es die erste ökologisch durchgeplante Stadt der Welt. Ein Erfolg des Projekts wäre ein dringend nötiges Signal für den Städtebau. Städte verbrauchen heute drei Viertel der Energie weltweit und stoßen etwa 80 Prozent aller Treibhausgase aus.

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2007-09-28

Der Boom legt China trocken

Der Grundwasserspiegel sinkt bedrohlich in China vermeldet die New York Times in einer Serie über die Schattenseiten des Booms im Reich der Mitte:
Hundreds of feet below ground, the primary water source for this provincial capital of more than two million people is steadily running dry. The underground water table is sinking about four feet a year. Municipal wells have already drained two-thirds of the local groundwater. Above ground, this city in the North China Plain is having a party. Economic growth topped 11 percent last year. Population is rising. A new upscale housing development is advertising waterfront property on lakes filled with pumped groundwater. Another half-built complex, the Arc de Royal, is rising above one of the lowest points in the city’s water table. “People who are buying apartments aren’t thinking about whether there will be water in the future,” said Zhang Zhongmin, who has tried for 20 years to raise public awareness about the city’s dire water situation. For three decades, water has been indispensable in sustaining the rollicking economic expansion that has made China a world power. Now, China’s galloping, often wasteful style of economic growth is pushing the country toward a water crisis. Water pollution is rampant nationwide, while water scarcity has worsened severely in north China — even as demand keeps rising everywhere. China is scouring the world for oil, natural gas and minerals to keep its economic machine humming. But trade deals cannot solve water problems. Water usage in China has quintupled since 1949, and leaders will increasingly face tough political choices as cities, industry and farming compete for a finite and unbalanced water supply. One example is grain. The Communist Party, leery of depending on imports to feed the country, has long insisted on grain self-sufficiency. But growing so much grain consumes huge amounts of underground water in the North China Plain, which produces half the country’s wheat. Some scientists say farming in the rapidly urbanizing region should be restricted to protect endangered aquifers. Yet doing so could threaten the livelihoods of millions of farmers and cause a spike in international grain prices. For the Communist Party, the immediate challenge is the prosaic task of forcing the world’s most dynamic economy to conserve and protect clean water. Water pollution is so widespread that regulators say a major incident occurs every other day. Municipal and industrial dumping has left sections of many rivers “unfit for human contact.”

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2007-08-26

Chinas Wirtschaftswunder hustet und keucht

Die New York Times berichtet über die stark wachsende Umweltverschmutzung in China als Folge des Aufschwungs:
Just as the speed and scale of China’s rise as an economic power have no clear parallel in history, so its pollution problem has shattered all precedents. Environmental degradation is now so severe, with such stark domestic and international repercussions, that pollution poses not only a major long-term burden on the Chinese public but also an acute political challenge to the ruling Communist Party. And it is not clear that China can rein in its own economic juggernaut. Public health is reeling. Pollution has made cancer China’s leading cause of death, the Ministry of Health says. Ambient air pollution alone is blamed for hundreds of thousands of deaths each year. Nearly 500 million people lack access to safe drinking water. Chinese cities often seem wrapped in a toxic gray shroud. Only 1 percent of the country’s 560 million city dwellers breathe air considered safe by the European Union. Beijing is frantically searching for a magic formula, a meteorological deus ex machina, to clear its skies for the 2008 Olympics. Environmental woes that might be considered catastrophic in some countries can seem commonplace in China: industrial cities where people rarely see the sun; children killed or sickened by lead poisoning or other types of local pollution; a coastline so swamped by algal red tides that large sections of the ocean no longer sustain marine life. China is choking on its own success. The economy is on a historic run, posting a succession of double-digit growth rates. But the growth derives, now more than at any time in the recent past, from a staggering expansion of heavy industry and urbanization that requires colossal inputs of energy, almost all from coal, the most readily available, and dirtiest, source. “It is a very awkward situation for the country because our greatest achievement is also our biggest burden,” says Wang Jinnan, one of China’s leading environmental researchers. “There is pressure for change, but many people refuse to accept that we need a new approach so soon.” China’s problem has become the world’s problem. Sulfur dioxide and nitrogen oxides spewed by China’s coal-fired power plants fall as acid rain on Seoul, South Korea, and Tokyo. Much of the particulate pollution over Los Angeles originates in China, according to the Journal of Geophysical Research. More pressing still, China has entered the most robust stage of its industrial revolution, even as much of the outside world has become preoccupied with global warming. Experts once thought China might overtake the United States as the world’s leading producer of greenhouse gases by 2010, possibly later. Now, the International Energy Agency has said China could become the emissions leader by the end of this year, and the Netherlands Environment Assessment Agency said China had already passed that level.
Die alte Spannungslage zwischen Ökonomie und Ökologie tritt mal wieder voll zu Tage.

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2007-08-18

Chinas Medienspin rund um die Olympiade

Peking setzt auf good news im Vorfeld der Olympischen Spiele:
Über das viertägige Fahrverbot in Peking, mit dem man der Welt beweisen will, dass zu den Olympischen Spielen die Luft sauberer sein wird, sollen die chinesischen Medien nur Erfolge melden – auch sonst will man sich der "Glaubwürdigkeit der Medien" annehmen ... China will im Vorlauf des Parteikongresses die Medien und den Informationsfluss stärker kontrollieren. So wurde Chen Shuqing, Mitbegründer der verbotenen Demokratischen Partei, wegen Aufruf zur Subversion, weil er zahlreiche regierungskritische Artikel geschrieben und Demokratie gefordert hat, am Donnerstag zu vier Jahren Gefängnis verurteilt. Reporter ohne Grenzen, die gerade einen umfangreichen kritischen Bericht über die Meinungsfreiheit in China veröffentlicht haben, fordern die Freilassung von mehr als 50 inhaftierten "Cyberdissidenten". Den offiziellen Medien wurde von der Kommunistischen Partei befohlen, gute Nachrichten über das Ergebnis des Fahrverbots zu verbreiten. Sie sollen berichten, dass Staus und die Luftverschmutzung zurückgehen, Beschwerden über überfüllte öffentliche Verkehrsmittel sind hingegen nicht erwünscht. Obgleich die Regierung betont, sie würde die Sicherheitskontrollen für Lebensmittel und andere Waren verstärken, sollen die Medien keine eigenen Nachforschungen über den Stand der Dinge anstellen. ... Auch im Internet sei es die primäre Aufgabe, gute Nachrichten zu verbreiten, hatte Cai Mingzhao, der Leiter der Informationsabteilung des Staatsrates, schon Anfang des Monats gedroht. Schon zuvor hatte das Propagandaministerium eine Liste mit 27 Themen verschickt, über die nicht berichtet werden soll. Erwähnungen von Katastrophen, die Falu Gong Sekte, Arbeitslosigkeit, erzwungene Abtreibungen oder Aneignung von Land sind nicht gerne gesehen.

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2007-08-17

Peking erläßt umfangreiches Fahrverbot

Die chinesische Regierung macht Ernst mit den Vorbereitungen für die Olympiade beim Umweltschutz:
Die Chinesen überlassen vor den Olympischen Spielen 2008 nichts dem Zufall. Ein Fahrverbot soll helfen, dem Ansturm der Abertausenden Besucher und der Einheimischen zu proben. Als Generalprobe für die Olympischen Spiele in einem Jahr hat Peking am Freitag 1,3 Millionen Autos von seinen Straßen verbannt. Mit dem viertägigen Test soll die schlechte Luftqualität in der chinesischen Hauptstadt verbessert, die Veränderungen durch den Rückgang des Verkehrs gemessen und die ständigen Staus gemindert werden. Am Vormittag rollte der spürbar ausgedünnte Verkehr schon deutlich flüssiger auf den Straßen der 15 Millionen Einwohner zählenden Metropole. Um den zusätzlichen Ansturm auf die öffentlichen Verkehrsmittel bewältigen zu können, wurden mehr Busse eingesetzt und die Betriebszeiten der U-Bahnen ausgedehnt. Angestellte von Regierung und Behörden haben ihre Arbeitszeiten verschoben, um den Nahverkehr in den Hauptverkehrszeiten zu entlasten. Zum Auftakt am Freitag durften nur Autos mit ungeraden Nummernschildern fahren. Am Samstag sind Fahrzeuge mit geraden Nummern an der Reihe. Während der Probephase finden in Peking sechs olympische Testwettbewerbe im Beachvolleyball, Kanu, Radrennen, Baseball, Bogenschießen und BMX-Radsport statt. Die bisher umfangreichsten Verkehrsbeschränkungen in Peking sind eine Reaktion auf die wachsende internationale Besorgnis und Kritik an der schlechten Luft in Peking.

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2007-08-10

China im Fokus wegen der Olympischen Spiele

China ist ein Jahr vor dem geplanten Beginn der Olympiade im Reich der Mitte ins Zentrum des Medieninteresses gerückt. Angeprangert wird zum einen die Menschenrechtssituation und die Arbeitsbedingungen für die Presse:
Chinesische Intellektuelle forderten in einem am Dienstag veröffentlichten Appell ein Ende der Unterdrückung. Das Komitee zum Schutz von Journalisten verlangte, 29 inhaftierte chinesische Reporter freizulassen. Auch Amnesty International kritisierte das Regime. An diesem Mittwoch beginnt mit einer Zeremonie auf dem Platz des Himmlischen Friedens der "Countdown" für die ersten chinesischen Sommerspiele, die am 8. August 2008 unter dem Motto "Eine Welt, ein Traum" beginnen sollen. Die 40 Unterzeichner des chinesischen Appells verlangen bei dieser Gelegenheit eine Amnestie für politische Gefangene, die Rückkehrerlaubnis für Exil-Chinesen, Pressefreiheit, gerechte Entschädigungen für Zwangsumgesiedelte, freie Gewerkschaften sowie ein unabhängiges Gremium zur Aufsicht über die olympischen Finanzen. ... Kritik an Peking übt auch das amerikanische Komitee zum Schutz von Journalisten (CPJ). Zensur sei in allen Medien des Landes verbreitet, heißt es in einem ebenfalls am Dienstag in New York veröffentlichten Bericht. Zwar können sich ausländische Journalisten seit Anfang 2007 in China frei bewegen und ohne Genehmigung der Behörden Interviews führen. Doch diese Verordnung gilt nur bis Oktober 2008. Chinesische Reporter seien zudem Schikanen ausgesetzt, so das CPJ. Neben den 29 Inhaftierten stünden 24 Journalisten wegen "antistaatlicher Gesinnung" unter Anklage. Ausländische Internet-Anbieter lieferten dem Regime Informationen, was zur Verhaftung von Dissidenten geführt habe.
Aber auch über den mangelhaften Umweltschutz wird geschimpft: Wenn ausgerechnet eine der schmutzigsten Städte der Erde «grüne» Olympische Spiele abhalten will, wird das schwierig. Fest steht, dass das 15 Millionen Einwohner zählende Peking bis zum Sommer 2008 im Umweltschutz nur schwer internationales Niveau erreichen wird. Gemessen aber an chinesischen Verhältnissen erwartet selbst die Umweltorganisation Greenpeace «beeindruckende Fortschritte». Dafür muss noch viel getan werden: Die Luftverschmutzung erreicht immer wieder alarmierende Höchstwerte, so dass Alte und Kinder davor gewarnt werden, vor die Tür zu gehen. Chinas Hauptstadt steckt Milliarden in den viel zu lange vernachlässigten Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs, in Kläranlagen und saubere Kraftwerke. Wenn aber täglich 2000 neue Autos auf Pekings Straßen zugelassen werden und der Verkehr im Kriechtempo vorankommt, kann die Luft nur schwerlich besser werden. Damit die Olympia-Athleten ihre Lungen nicht mit verschmutzter Luft voll pumpen, müssen während der Spiele vorübergehend knapp ein Drittel aller Autos von den Straßen weichen. Einer Million Autos erteilt die Stadtregierung schon in diesem August als olympische Generalprobe ein Fahrverbot für zwei Wochen.

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2007-07-17

OECD pocht auf mehr Umweltschutz in China

Die OECD hat Peking beim Klimaschutz ins Gewissen geredet:
Der 340-seitige Bericht, der am Dienstag in Paris veröffentlicht wird, lobt zwar das Umdenken der chinesischen Regierung, das sich in einer Vielzahl von Umweltschutzgesetzen zeige. Diese Anstrengungen seien jedoch "nicht ausreichend", um mit der Herausforderung des raschen Wirtschaftswachstums Schritt zu halten. "Den Umweltschutzbemühungen mangelt es an Wirksamkeit und Effizienz, größtenteils in Folge einer Lücke bei der Umsetzung." Zahlreiche Beispiele in dem Bericht decken auf, wie erste Erfolge oft von anderen umweltschädlichen Entwicklungen konterkariert werden. So sei es der Regierung gelungen, den Ausstoß von Industriegasen wie Schwefeldioxid durch die Einführung von Emissionsgrenzen zu senken - wenn auch nicht so stark wie gewünscht. Zugleich aber sehe die Regierung tatenlos zu, wie immer mehr Privatautos die städtischen Straßen verstopfen. "Der Ausbau des Nahverkehrs hat keine ausreichende Beachtung erhalten, und die Nutzung von Fahrrädern ist zurückgegangen", heißt es in dem Bericht. Die OECD erinnert China auch an seine internationale Verantwortung. Hier habe es "einen dramatischen Anstieg des chinesischen Engagements" gegeben. Doch bleibe China Hauptverursacher beim weltweiten Ausstoß von Treibhausgasen.
Dazu passend noch diese Meldung aus der Netzeitung: Zur Eröffnung der Olympischen Spiele 2008 soll die Sonne über Peking strahlen - auf jeden Fall. Meteorologen wollen daher mit Raketen versuchen, störende Regenwolken aufzulösen. Der Chef des Meteorologischen Amtes, Zheng Guoguang, sagte nach einem Bericht der staatlichen Zeitung «China», die Experimente könnten beginnen. Man werde simulieren, wie im Fall von Wolken am 8. August 2008 vorgegangen werden solle, sagte Zheng weiter. Dieser Sommer sei die letzte Chance, unter ähnlichen Wetterbedingungen für den großen Tag zu üben. Am 8. August besteht nach Einschätzung der chinesischen Behörden ein Regenrisiko von 50 Prozent. Ähnlich sieht es bei der Abschlusszeremonie der Spiele vier Wochen später aus. Aus Kreisen des Wetteramtes verlautete bereits, dass die Auflösung von Regenwolken noch eine wenig erforschte Technologie sei. Man werde sich jedoch weiter bemühen.

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2007-07-03

Hunderttausende Umwelt-Tote in China?

Schwere Vorwürfe gegen Peking wegen den Umweltbelastungen und einem kritischen Report darüber:
Die chinesische Regierung hat nach einem Bericht der "Financial Times" die Veröffentlichung eines Weltbank-Reports über die horrenden Folgen der Umweltverschmutzung verhindert. Die Studie hätte in China "soziale Unruhen" auslösen können, habe Peking argumentiert. ... Luftverschmutzung in den Großstädten, schmutziges Trinkwasser in ländlichen Gebieten: 750.000 Menschen sterben in China jährlich an den Folgen der Umweltverschmutzung - so das Ergebnis einer Studie der Weltbank in Zusammenarbeit mit chinesischen Ministerien und auf Basis zahlreicher publizierter Studien. ... Tatsächlich tauchen die Daten in der aktuellen Fassung des Weltbank-Berichts über die Folgen der Umweltverschmutzung in China nicht auf. Die Umweltschutzbehörde und das Gesundheitsministerium in Peking hätten "bereits nach Fertigstellung des Entwurfs vergangenes Jahr beantragt, die Informationen über die Todesfälle zu streichen", schreibt die FT. Das ist anscheinend gelungen: Mehr als ein Drittel des Berichts soll nun fehlen, darunter auch der komplette Abschnitt zu den verschmutzungsbedingten Auswirkungen in China. Der fehlende Teil soll auch Karten zur regionalen Verteilung der Todesfälle enthalten haben. Die Angaben seien auf Grund von Zweifeln an der Zuverlässigkeit der Vorgehensweise gestrichen worden, sagte ein früherer Mitarbeiter der chinesischen Umweltschutzbehörde der Zeitung.

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2007-06-04

Pekings Vorstellung von Klimaschutz

China hat vor dem G8-Gipfel seine eigenen Umweltschutz-Ziele präsentiert:
Wenige Tage vor dem G8-Gipfel in Heiligendamm hat China eine eigene Strategie im Kampf gegen die Erderwärmung vorgestellt: Die Volksrepublik will künftig auf erneuerbare Energien setzen und mehr Bäume pflanzen. Verbindliche Obergrenzen für den CO2-Ausstoß lehnte China aber ab. Das Land will CO2-Emissionen durch den Ausbau von Wasser- und Atomkraftwerken sowie durch effizientere Kohlekraftwerke reduzieren. Der Kohlendioxid-Ausstoß von geschätzten 6,1 Milliarden Tonnen im Jahr 2004 soll so um 950 Millionen Tonnen verringert werden. ... Bei der Vorstellung des neuen Programms erklärte der Chef der chinesischen Planungsagentur, Ma Kai, die globale Klimaerwärmung sei hauptsächlich von 200 Jahren ungebremster Industrialisierung verursacht. Es wäre daher unfair, China und anderen Entwicklungsländern Pflichtobergrenzen aufbürden zu wollen. Beobachter vermuten, dass das Programm darauf abzielt, Kritik an China zuvorzukommen, wenn Präsident Hu Jintao am Freitag den G8-Gipfel besucht. Die Bundesregierung strebt konkrete Vereinbarungen zum Klimaschutz an. Die USA stellten im Vorfeld des G8-Gipfels jedoch nicht nur konkrete Reduktionsziele etwa beim Ausstoß von Kohlendioxid in Frage, sondern lehnen auch eine Festlegung auf 2009 für das Kioto-Folgeabkommen ab.

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2007-05-16

Chinas grüne Solar-Vorzeigestadt

Das Seed-Magazin berichtet über das große China-Experiment in Richtung "grüne" Energiegewinnung:
Linxia is not the sort of place that figures large in accounts of China's economic miracle. A town of 140,000 people in the mountains of western Gansu, China's second poorest province, its dusty streets teem with people hawking vegetables, grains, and live animals for slaughter from the backs of carts. ... What Linxia has in abundance, however, is sunlight—and, in ways that might seem incongruous with the area's economic conditions, people are putting it to good use. At Yuansheng Green Solar Power, a small store on a street otherwise devoted to hardware and tools, peasants living in remote areas where electricity is expensive stop to pick up solar water heaters and talk technology with owner Ding Yanlin. A few blocks away is the two-story Solar Supermarket, and spread out around the commercial district are three other independent solar-equipment dealers. In the rolling hills outside of town, Golden Yak-brand solar generator kits—small 20-watt photovoltaic panels providing enough energy for two high-efficiency bulbs—light the tents of nomads who are not hooked up to the grid. Solar generators, heaters, and cookers have become so popular in parts of rural Gansu that families have started giving them as dowry. It's a sign that, along with a quickly growing need for energy, an environmental consciousness is building here. Locals who installed solar heaters cite a desire to curb pollution as a reason for going green. At a time when China is grappling with major issues of energy security, environmental degradation, and growing consumption, can it capitalize on its growing adoption of renewable energy and engender a wide-ranging green revolution?
Dank an Matthias für den Hinweis.

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2007-03-05

China macht auf Öko

China gilt als Umweltsau, sodass die neue politische Initiative Pekings viel Arbeit bei der Umsetzung mit sich bringen dürfte:
Jetzt haben auch die Chinesen den Klimaschutz entdeckt: Vor dem Nationalen Volkskongress in Peking sagte Regierungschef Wen Jiabao, China solle nicht nur danach streben, dass die Wirtschaft schneller wachse. Chinas Wirtschaftsboom kostet einen hohen Preis. Das hat Regierungschef Wen Jiabao heute Morgen in seinem alljährlichen Rechenschaftsbericht eingeräumt. Das Wachstum, so erklärte er vor knapp 3000 Delegierten des Nationalen Volkskongresses (NVK), gehe mit unverhältnismäßig "hohem Energieverbrauch" und "schwerer Umweltverschmutzung" einher. Ursache sei unter anderem, dass "einige Gebiete und Unternehmen" sich nicht an Gesetze und Normen hielten. Der Ausstoß von Schadstoffen müsse verringert werden. China werde 2007 mehr tun, um Energie zu sparen und den Ausstoß von Schadstoffen zu begrenzen. Während der Konjunkturmotor nach Jahren des kräftigen Wachstums weiter am Laufen gehalten werden solle, müsse das Energiesparen und eine geringere Umweltverschmutzung stärker in den Vordergrund rücken. Die Rede des Regierungschefs ist traditionell der Auftakt des Nationalen Volkskongresses, Pekings Scheinparlament. Wen verbeugte sich drei Mal tief vor den Abgeordneten und seinen Genossen auf der Tribüne der Großen Halle des Volkes bevor er ans Mikrofon trat. In seiner Ansprache versuchte er den Eindruck zu vermitteln, dass sich die KP-Führung mehr um die Sorgen und Nöte der "Volksmassen" und der Reformverlierer kümmern will.

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