2012-08-21

Chinas Wirtschaftswachstum kommt weiter ins Stocken

Die "Welt" wirft einen skeptischen Blick auf den "Weltwirtschaftsmotor" China:
Allmählich wird vielen mulmig. Denn die schlechten Nachrichten reißen einfach nicht ab. Viele beschleicht daher inzwischen das Gefühl, dass es jetzt ans Eingemachte geht. "Immer mehr Investoren stellen die Wachstums-Story Chinas in Frage”, stellt Jim O’Neill, Chef von Goldman Sachs Asset Management, fest.Das allerdings wäre eine völlig neue Dimension. Denn China ist heute nicht irgendein Markt. Es ist der Wachstumsmotor für die Weltwirtschaft schlechthin, und auch das Wohl und Wehe der Finanzmärkte hängt größtenteils davon ab, wie es dort läuft. Ein Kollaps der chinesischen Wirtschaft hätte katastrophale Folgen für China, für die Welt, für Deutschland.

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2010-03-01

China: Platzt bald die Boom-Blase?

In Telepolis wird mal wieder über das Platzen der China-Boom-Blase spekuliert - mit gewaltigen Folgen:
Letztendlich handelt es sich beim aktuellen chinesischen Boom-Zyklus um einen von Investments getriebenen Boom. Die Beispiele in Japan und USA haben aufgezeigt, wie solche Zyklen enden: in einem großen Knall. Der kommende Abschwung in China könnte sich als eine Monsterblase entpuppen, deren Platzen erst die eigentliche weltweite Depressionsphase einleiten wird. Damit dürfte sich der Crash von 2009 lediglich als Ouvertüre zu einem noch größeren ökonomischen Debakel offenbaren. ... Wenn es je eine größere Superblase in der Weltwirtschaft gegeben hat als die weltweiten Derivatemärkte, dann ist es der chinesische Immobilienmarkt. ... Die Investitionen bezogen auf das Bruttosozialprodukt erreichten im Jahr 2010 neue Höchststände. Hierbei sind Kapitalinvestitionen zum dominanten Wachstumstreiber der chinesischen Wirtschaft avanciert und dürften im Jahr 2009 für etwa 90 % des chinesischen Wachstums und über 50 % des chinesischen Bruttosozialproduktes verantwortlich gewesen sein. ... Das Wachstum der Kredite in China hat sich in den letzten Jahren um etwa 50 % mehr ausgeweitet als das Bruttosozialprodukt, womit sich das Risiko einer abrupten Kontraktion der chinesischen Wirtschaft stark erhöht hat.

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2007-09-06

Schattenseiten des Immobilienbooms in Schanghai

Die FTD nimmt eine mögliche Immobilienblase in der Boomtown Schanghai in den Blick:
In Schanghai bauen Investoren Prestigeprojekte, aber keine bezahlbaren Wohnungen. Darüber hinaus geht die Angst vor dem Crash in der chinesischen Metropole um. ... Taiwaner, Hongkonger und Chinesen aus Übersee haben in der 16-Millionen-Stadt einen Immobilienboom ausgelöst, der weltweit vermutlich einmalig ist. "In den Jahren 2000 bis 2005, als die Preise für Wohnimmobilien scharf anzogen, wurde fast ein Drittel aller Luxusobjekte von Ausländern gekauft", sagt Larry Hu, Direktor beim Immobilienmakler Jones Lang LaSalle in Schanghai. Zahlen seines Unternehmens zeigen, dass die Büropreise in den vergangenen zwölf Monaten um mehr als 20 Prozent gestiegen sind. Laut Statistikbehörde wechselten vor zehn Jahren nur gut 9000 Häuser den Eigentümer, 2005 waren es fast 190.000. Manche Luxusobjekte sind sogar den Reichen zu teuer: Vom Luxusapartmentkomplex Tomson Riviera wurde erst fast ein Jahr nach der offiziellen Eröffnung die erste Wohnung verkauft. 979 Quadratmeter fanden für 132 Mio. Yuan einen Käufer, umgerechnet etwa 13 Mio. Euro. ... Dass die Kluft zwischen Reich und Arm in China immer schneller immer größer wird, zeigt sich nirgendwo so deutlich wie am Immobilienmarkt. Hier zeichnet sich ein "Mismatch" ab, wie Tobias Just von Deutsche Bank Research es nennt. Zwar prognostiziert er einen gewaltigen Neubaubedarf in China - etwa 120 Millionen zusätzliche Haushalte könnten dort bis 2025 entstehen. Aber "der Massenbedarf dürfte gerade am unteren Ende entstehen" und nicht im Topsegment. Doch erschwinglichen Wohnraum für geringqualifizierte Arbeitnehmer zu bauen rechne sich oft nicht, sagt Just. "Investoren müssen in das Topsegment, damit sie eine Chance haben, den Bodenpreis zu rechtfertigen." So wird weiter fast ausschließlich in teure Wohngebäude investiert, in der Hoffnung, dass eine wohlhabende Mittelschicht in China schneller heranwächst, als die Farbe von den Neubauten blättert. Bislang können sich diese Apartments meist nur gut bezahlte Expatriates leisten.

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2007-05-20

Nur eine große China-Blase?

Telepolis widmet sich der angeblich im Reich der Mitte entstehenden Super-Bubble:
Die Chinesen sind als Volk der Spieler bekannt. Daher darf es kaum verwundern, wenn von den 16 Millionen Einwohnern Shanghais mittlerweile 11 Millionen in Aktien investiert haben. Was in China passiert, ist deshalb von so großer Tragweite, weil es auch massive Auswirkungen auf die Finanzmärkte in Übersee, vor allem in den USA, haben kann. Der chinesische Aktienmarkt hat mittlerweile seinen 12-jährigen Aufwärtstrendkanal erreicht, was weitere verrückte Kursanstiege zwar nicht völlig ausschließt, jedoch als starke Widerstandszone begrenzen sollte. Schon die ersten Warnzeichen im Februar 2007 haben aufgezeigt, dass der amerikanische Aktienmarkt auf starke Kursabschläge in China sehr nervös reagieren kann. Das wahrscheinlichste Szenario wird sein, dass ein Crash in China die dortigen Indizes innerhalb von wenigen Tagen um bis zu 25-30 % einbrechen lassen könnte. Inwieweit der chinesische Aktienmarkt in der Lage sein wird, sehr große Handelsvolumen im Falle eines Crashes dann aufzufangen, wird sich zeigen. Eines ist jedoch sicher, nämlich dass der so genannte Kran-Indikator auch für China gilt: Dort wo besonders viele Kräne stehen, sind Aktien-Crashes vorprogrammiert. Dies konnte man letztes Jahr am Aktienmarkt in Dubai beobachten, wo die Kurse um mehr als 70 % einbrachen.

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2007-02-27

Börseneinbruch in Shanghai

Nur ein kurzes Absacken oder Anzeichen des Platzens einer größeren Blase?:
Chinesische Aktien haben heute ihren größten Einbruch seit zehn Jahren erlebt. In Shanghai verlor der wichtigste Aktienindex knapp neun Prozent, nachdem Profianleger wie Fonds und Versicherungen in großem Stil Gewinne mitgenommen hatten. Der Shanghai Composite Index fiel um 8,84 Prozent auf 2771,79 Punkte. Gestern hatte die Börse zum ersten Mal über 3000 Zählern geschlossen. Heute schloss sie früher als üblich. ... Mehr als 800 Unternehmen verloren massiv an Wert. Besonders hart traf es Banken-, Stahl- und Autoaktien. Auch Aktien chinesischer Fluggesellschaften verloren wegen gestiegener Rohölpreise stark. Papiere der Air China ließen um 9,95 Prozent nach, China Eastern Airlines verlor sogar 10 Prozent. In den vergangenen zwölf Monaten legte der Index um mehr als 130 Prozent zu. Die Börse in Shanghai erlebte einen regelrechten Boom: 2006 gab es 137 Neuemissionen, die den Unternehmen insgesamt 50 Milliarden Dollar einbrachten. Aktien des Versicherers China Life schnellten sogar innerhalb eines Tages um 100 Prozent in die Höhe. Die Finanzaufsicht hatte mehrfach vor einer Spekulationsblase gewarnt. "Die Investoren machen Kasse, weil sie fürchten, dass der Markt nun stark schwanken könnte", sagte Analyst Zhang Yidong von Industrial Securities. Peng Yunliang von Shanghai Securities nannte das Erreichen der 3000-Punkte-Marke als Grund für die heutigen Verluste. "Die Menschen sehen das als psychologische Marke. Es ist verständlich, dass sie nun ihr Geld aus dem Markt ziehen, nachdem diese Grenze einmal überschritten wurde." Manche Experten glauben, dass die Kurse weiter fallen werden; realistisch sei eine Kurskorrektur um insgesamt 20 Prozent. Bereits am 1. Februar waren die Börsen in Shanghai und in Shenzhen um sechs Prozent eingebrochen. Einige Analysten rechneten jedoch nicht mit einer lang anhaltenden Abwärtsphase, zumal das ökonomische Fundament stabil und die Gewinne der Unternehmen weiter vielversprechend seien.

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2007-01-11

Wird China zum Opfer seines eigenen Erfolgs?

Der Economist schreibt, dass gerade die Boom-Zentren Chinas schon wieder zu teuer werden für das internationale Kapital und viele Multinationals inzwischen angrenzende Länder für Fabrikeröffnungen bevorzugen:
So far, most industrial development in China has taken place in the country's eastern coastal regions, particularly around Shanghai and the Pearl River Delta near Hong Kong. But costs in these centres are now rising sharply. Office rents are soaring, industrial land is in short supply and utility costs are climbing. Most significant of all are rocketing wages. In spite of the mass migration of workers from China's vast interior to the coast, pay for factory workers has been rising at double-digit rates for several years. For managers, the situation is worse still. “China has become a victim of its own success,” sighs Peter Tan, president and managing director of Flextronics in Asia. He finds it especially hard to hire and retain technical staff, ranging from finance directors to managers versed in international production techniques such as “six sigma” and “lean manufacturing”. There are not enough qualified workers to go around, causing rampant poaching and extremely fast wage inflation. “China is definitely not the cheapest place to produce any more,” he says. An analysis of labour rates across Asia by CLSA's Mr Brixen supports that view. Average wages for a factory worker, combined with social security costs, came to almost $350 a month in Shanghai in 2005 and almost $250 a month in Shenzhen. By comparison, monthly wages were less than $200 in Manila, around $150 in Bangkok and just over $100 in Batam in Indonesia. Although the productivity of Chinese workers is rising, in many industries it is not keeping pace with wages. One solution is for companies to move inland where many costs are much lower than on China's heavily developed coastline. Indeed, the government has been promoting such a policy since 2000, to spread the benefits of development to China's poor interior. Domestic Chinese companies have led the charge into the hinterland and a small, but growing, number of foreign firms have followed them. ... But not everyone is convinced. At Flextronics, Mr Tan's China factories are all located in eastern coastal provinces. “We have no interest in going west,” he says, because it is too expensive to get products to America and Europe from there. Other observers add that the shortage of management talent inland is even greater than on the coast. And it is not easy persuading expatriate workers to take their families to places like Chongqing and Chengdu, where foreign companions and international schools are thin on the ground. So many firms decide they would rather invest elsewhere in Asia. Costs are only part of the equation. Just as important is diversification. Having already moved a big chunk of their production to China, many firms are reluctant to put any more of their eggs in the same basket.

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