2010-06-09

Arbeiterbewegung gewinnt in China an Bedeutung

Mit dem chinesischen Billiglohnparadies könnte es bald vorbei sein, schreibt die New York Times:
China’s wage contagion continues to spread. Honda Motors said Tuesday that workers at a parts plant had walked off the job just days after the company settled a separate strike by agreeing to substantial pay raises for 1,900 workers at its transmission factory. The new walkout, at an exhaust-system factory in the city of Foshan, will force Honda to halt work Wednesday at one of its four auto assembly plants in China, the company said. ... New pressure to raise pay and improve labor conditions, coming in part from the Chinese government, is likely to raise the cost of doing business in China and could induce some companies to consider shifting production elsewhere. Another big employer wrestling with labor issues, Foxconn Technology — a giant contract electronics manufacturer that has also announced wage increases in China this month — said Tuesday that it was reconsidering the way it ran its operations in response to criticism of its workplace practices. Foxconn, which has experienced a string of suicides among workers at its sprawling, citylike campuses in the southern metropolis of Shenzhen, said it was considering turning the management of some of its worker dormitories over to local governments in China. ... Foxconn, a subsidiary of Hon Hai Precision Industry of Taiwan, makes devices for companies like Apple, Dell and Hewlett-Packard. Hon Hai’s shares fell more than 5 percent Tuesday in Taiwan, to their lowest level since August, after the company said it would seek to pass on its higher labor costs to clients.

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2010-02-26

China gehen die Billig-Arbeitskräfte aus

Billige Arbeiter werden im Süden und Südosten Chinas verstärkt zur Mangelware:
Die Exportindustrie in Chinas Küstenprovinzen Guangdong (in der Nachbarschaft von Hongkong) und Zheijiang (südlich von Shanghai) hat ein Problem, das sich bereits seit längerem angekündigt hat, aber für europäische Ohren dennoch ganz ungewöhnlich klingt: Arbeitskräftemangel. Nach dem gerade zuende gegangenen chinesischen Neujahrsfest fällt es vielen Unternehmen im Herzland der chinesischen Exportindustrie schwer, genug Arbeiter zu finden. Das geht aus einem Bericht der KP-Zeitung Global Times hervor. Viele Betriebe in der Exportindustrie beschäftigen meist junge Wanderarbeiter aus den Inlandsprovinzen. Wie in China üblich sind diese übers Neujahrsfest zu ihren Familien zurückgekehrt, und zeigen jetzt offenbar wenig Neigung, an ihre alten Arbeitsplätze zurückzukehren.

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2008-12-20

NGOs prangern Arbeitsbedingungen in IT-Industrie an

Die Forschungsgruppe Students & Scholars Against Corporate Misbehavior (SACOM) aus Hongkong und die Nichtregierungsorganisation Weltwirtschaft, Ökologie & Entwicklung (WEED) haben schwere Vorwürfe gegen internationale Abnehmer von IT-Produkten aus "Sweatshops" in China erhoben:
Markenhersteller wie Dell, Fujitsu Siemens oder Lenovo spielten die "alarmierenden" Berichte über menschenunwürdige Arbeitsbedingungen in der Halbleiterindustrie Chinas herunter oder verschleierten ihre Lieferbeziehungen, monierte WEED-Projektreferent Florian Butollo am heutigen Montag in Berlin und rügte die PC-Fabrikanten für ihre Doppelmoral: Einerseits bedauerten sie in Hochglanzbroschüren zu "Corporate Responsibility" die Zustände in der Zulieferindustrie, kauften andererseits aber zu "schlechten Bedingungen" für die chinesischen Arbeiter weiter Bauteile zu. Für die Studie "The Dark Side of Cyberspace" wurden zwei Halbleiterproduktionsfirmen in Guangdong untersucht. Die chinesische Provinz gilt als größter Hersteller von IT-Bauteilen in der Welt. Dort befinden sich ein Drittel der rund 130 Millionen chinesischen Wanderarbeiter. Die Untersuchung beruht auf einer zwischen Juni und September durchgeführten Befragung von 45 Mitarbeitern aus den Fabriken Excelsior Electronics in Dongguan und Compeq Technoloy in Huizhou. Excelsior gehört zum Konzern PC Partner in Hongkong und beschäftigt rund 4000 Angestellte. Die Zentrale der etwa 7000 Arbeiter zählenden Compeq-Fabrik ist in Taiwan. Zu den Abnehmern beider Firmen gehören laut SACOM der deutsch-japanische Konzern Fujitsu Siemens, der Excelsior 2007 den Status eines "bevorzugten Zulieferers" zuerkannt habe, sowie Dell, Lenovo, Apple, Sony, Intel, AMD, Motorola und Nokia.

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2007-07-17

Todesstrafe für chinesischen Sklaventreiber

Die Sitten in China sind teilweise doch noch etwas rauher als im Westen:
Demonstratives Verfahren: In einem Prozess um Sklavenarbeit in China hat ein Gericht einen Angeklagten zum Tode verurteilt und zum Teil hohe Haftstrafen verhängt. Die Urteilsverkündung wurde live im Fernsehen übertragen. Der ganze Prozess jagt einem Schauer des Entsetzens über den Rücken: Ein Gericht in Linfen in der nordchinesischen Provinz Shanxi hat heute den Vorarbeiter einer Ziegelei zum Tode verurteilt, weil er einen Arbeiter im November totgeprügelt hatte. Der behinderte Mann habe ihm zu langsam gearbeitet, gestand der Angeklagte seine Tat, wie die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua berichtet. 28 weitere Verantwortliche wurden in dem Prozess um Sklavenarbeit in einer Ziegelei zu Haftstrafen verurteilt. Das Gericht sah es als erwiesen an, dass sie Menschen unter sklavenähnlichen Bedingungen zu unbezahlter Arbeit gezwungen haben - bis zu 16 Stunden täglich. Ein Vorarbeiter, der seine Tatbeteiligung als "Kleinigkeit" abgetan hatte, erhielt lebenslange Haft wegen vorsätzlicher Körperverletzung und Freiheitsberaubung. Der Besitzer der Ziegelei in Caosheng, ein Sohn des örtlichen Parteichefs, muss wegen Freiheitsberaubung neun Jahre ins Gefängnis. 26 weitere Verantwortliche erhielten ebenfalls Haftstrafen. Sechs Verurteilte müssen zwischen 18 Monaten und drei Jahren hinter Gitter. Die Ziegelei ist bei weitem kein Einzelfall. Im Juni wurden laut Ermittlern 576 Menschen in Shanxi und in der Nachbarprovinz Henan befreit, unter ihnen 41 Kinder und Dutzende geistig Behinderte. Sie hatten in Ziegeleien und illegalen Bergwerken arbeiten müssen und waren oft in miserabler körperlicher Verfassung. Bei einer Razzia, bei der nach Behördenangaben 45.000 Polizisten mehr als 8000 Ziegeleien und kleine Bergwerke in Shanxi und Henan durchsuchten, wurden sie gefunden.

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2007-06-08

Sweatshops in China

Gruselige Arbeitsbedingungen: Nicht alle profitieren vom China-Boom:
Sklaverei im 21. Jahrhundert: 31 Arbeiter wurden in China über ein Jahr in einer Ziegelei festgehalten und mussten schuften bis zum Umfallen. Die Arbeitsbedingungen waren unmenschlich. Viele sind so traumatisiert, dass sie ihren eigenen Namen vergessen haben. Sie wurden unter einem Vorwand in die Fabrik gelockt - und durften dann nicht mehr gehen: Stattdessen mussten die 31 Arbeiter schuften. Bis zu 20 Stunden täglich, wie die "Beijing News" berichtete. Bewaffnete Männer mit Hunden bewachten sie dabei. Einen Mann haben sie dem Bericht zufolge totgeschlagen, weil er nicht hart genug arbeitete. Zu essen gab es nur Wasser und Brot. Der Fabrikbesitzer sei so lange unbehelligt geblieben, weil er der Sohn des örtlichen Bürgermeisters sei. Jetzt aber machte die Polizei dem Horror ein Ende: Die 31 Arbeiter wurden befreit. ... "Der Schmutz auf ihrer Haut war so dick, dass man ihn hätte abschneiden können", fügte die Zeitung hinzu. Die Behörden haben dem Blatt zufolge eine Untersuchung des Falles eingeleitet. Ein Vorarbeiter und einige Wächter wurden festgenommen. Ein ähnlicher Fall in Shanxi wurde schon einmal im vergangenen Jahr bekannt - damals waren die Arbeiter für zwei Monate eingesperrt.

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