2007-07-17

Todesstrafe für chinesischen Sklaventreiber

Die Sitten in China sind teilweise doch noch etwas rauher als im Westen:
Demonstratives Verfahren: In einem Prozess um Sklavenarbeit in China hat ein Gericht einen Angeklagten zum Tode verurteilt und zum Teil hohe Haftstrafen verhängt. Die Urteilsverkündung wurde live im Fernsehen übertragen. Der ganze Prozess jagt einem Schauer des Entsetzens über den Rücken: Ein Gericht in Linfen in der nordchinesischen Provinz Shanxi hat heute den Vorarbeiter einer Ziegelei zum Tode verurteilt, weil er einen Arbeiter im November totgeprügelt hatte. Der behinderte Mann habe ihm zu langsam gearbeitet, gestand der Angeklagte seine Tat, wie die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua berichtet. 28 weitere Verantwortliche wurden in dem Prozess um Sklavenarbeit in einer Ziegelei zu Haftstrafen verurteilt. Das Gericht sah es als erwiesen an, dass sie Menschen unter sklavenähnlichen Bedingungen zu unbezahlter Arbeit gezwungen haben - bis zu 16 Stunden täglich. Ein Vorarbeiter, der seine Tatbeteiligung als "Kleinigkeit" abgetan hatte, erhielt lebenslange Haft wegen vorsätzlicher Körperverletzung und Freiheitsberaubung. Der Besitzer der Ziegelei in Caosheng, ein Sohn des örtlichen Parteichefs, muss wegen Freiheitsberaubung neun Jahre ins Gefängnis. 26 weitere Verantwortliche erhielten ebenfalls Haftstrafen. Sechs Verurteilte müssen zwischen 18 Monaten und drei Jahren hinter Gitter. Die Ziegelei ist bei weitem kein Einzelfall. Im Juni wurden laut Ermittlern 576 Menschen in Shanxi und in der Nachbarprovinz Henan befreit, unter ihnen 41 Kinder und Dutzende geistig Behinderte. Sie hatten in Ziegeleien und illegalen Bergwerken arbeiten müssen und waren oft in miserabler körperlicher Verfassung. Bei einer Razzia, bei der nach Behördenangaben 45.000 Polizisten mehr als 8000 Ziegeleien und kleine Bergwerke in Shanxi und Henan durchsuchten, wurden sie gefunden.

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1 Comments:

At 6:21 nachm., Blogger zhouzhou said...

"Schauer des Entsetzens" - über was? Über die Strafen oder die Taten?

 

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