2010-10-11

China holt bei Super-Computern auf

Business Week spekuliert darüber, dass sich das Reich der Mitte in der Rangliste der schnellsten Computer der Welt deutlich nach vorn schieben dürfte:
When a list of the world's 500 fastest computers is revealed on Nov. 15, it may contain a surprise. China, currently known to own the second-fastest computer, may reach the top spot. "Of the Top 10 machines today, China has two," says Jack Dongarra, director of the innovative computing laboratory at the University of Tennessee. "I know for sure they're going to have a third one in November." Dongarra has overseen the semiannual Top 500 list since it first appeared in 1993. "There's a great belief that the Chinese will be No.1," he says, adding that he has yet to see the data for next month's list. Having the world's speediest computer carries more than bragging rights. "It means that China is taking computing seriously," says Dongarra. It's a sign that China is taking steps to spur innovation, he says.

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2007-08-12

Big Brother China

China will bei der technischen Überwachung der Bevölkerung führend werden:
Mit der Hilfe von US-amerikanischen Unternehmen wird in China eines der technisch "fortschrittlichsten" Überwachungssysteme aufgebaut, berichtet die New York Times. In der 12,4 Millionen Metropole Shenzen und Umgebung soll noch in diesem Monat damit begonnen werden, mindestens 20.000 Überwachungskameras mit Gesichts- und Verhaltenserkennung zu installieren. Automatisch sollen so Verdächtige und verdächtiges Verhalten erkannt werden. Die Polizei soll über das System auch Zugriff auf bereits vorhandene private und staatliche Überwachungskameras erhalten, von denen es um die 180.000 geben soll. Ergänzt wird das System durch Ausweise für die meisten Einwohner mit Chips, die nicht nur Name und Adresse, sondern auch die Erwerbs- und Bildungsgeschichte, Religionszugehörigkeit, Vorstrafen, Krankenversicherung und die Telefonnummer des Vermieters enthalten. Zudem soll auf den Ausweisen festgehalten werden, wie viele Kinder die Person in die Welt gesetzt hat, um die Ein-Kind-Politik zur Eindämmung des Bevölkerungswachstums besser überwachen zu können. Während die 1,8 Millionen Einwohner mit festem Wohnsitz in Shenzen die neuen Ausweise nicht erhalten, weil ihre Daten schon bekannt sind, sollen die restlichen 10,5 Millionen Einwohner, die in den letzten Jahrzehnten zugezogen sind, mit ihnen ausgestattet werden. ... Überdies hat die chinesische Regierung allen großen Städten angeordnet, die 150 Millionen Menschen, die zugewandert sind, aber noch keinen festen Wohnort besitzen, entsprechende digitale Identitätsausweise zu geben. ... Zudem hat China Public Security ein auf Microsoft Windows basierendes System für die Polizei in Shenzen eingerichtet, durch das die Bewegung eines jeden Polizisten der Stadt in der Zentrale auf großen Karten verfolgt werden kann. Alle Polizisten führen GPS-Empfänger mit sich. Fällt der Empfang des Satellitensignals aus, wenn die Polizisten sich in einem Haus befinden, wird die Lokalisierung über Handys geleistet.

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2007-04-22

Hightech-Firmen mit Patenten vs. chinesische Nachahmer

Westliche Technologiefirmen haben ein Aktionsbündnis gegen chinesische Kopierer gegründet:
China gilt als Weltmeister im Kopieren, vor allem westliche Hersteller klagen immer wieder über Ideen-Klau. Nun drehen sie den Spieß um - und gehen systematisch gegen chinesische Firmen vor, die ins Ausland expandieren wollen. ... Dass die Importe chinesischer DVD-Player in die EU seit 2005 um 95 Prozent eingebrochen sind, hat mit einem strategisch koordinierten Gegenschlag westlicher Hersteller zu tun. Ein Konsortium westlicher Patentinhaber erteilte sich gegenseitig günstige Lizenzen, verlangte von Herstellern aus Fernost jedoch Lizenzgebühren pro Gerät. Auch ein "Billiglohnland" kann so seinen Kostenvorteil verlieren, wenn westliche Patentinhaber im Verein die Preise für Lizenzen hochtreiben. Die aufstrebende Volkswirtschaft aus Fernost tappt so in die Patentfalle. Je stärker wachsende chinesische Unternehmen in ausländische Märkte expandieren, desto häufiger werden sie von europäischen oder US-amerikanischen Marktführern attackiert. Ob DVD-Spieler, Mobiltelefone oder Computerchips: China muss das Thema "Intellectual Property" (IP) ernster nehmen, um sein eigenes Wachstum nicht zu gefährden.
"China sieht sich zunehmend genau dem Problem gegenüber, das viele seiner Unternehmen bislang anderen Nationen bereitet haben: Seine Produkte werden kopiert - oder durch Patentschutzklagen verdrängt", sagt Christoph Nettesheim, Geschäftsführer der Boston Consulting Group (BCG) in Peking. Die europäischen DVD-Patentinhaber führten ihren Gegenschlag in verschiedenen Stufen aus. Zunächst stoppten die Patentinhaber die Einfuhr unlizensierter Geräte in die EU, indem sie sich zum Konsortium zusammenschlossen und Händler mit mehr oder weniger sanftem Druck davon überzeugten, nur noch patentierte oder lizensierte Produkte in ihr Angebot aufzunehmen. In einem zweiten Schritt erteilten sich die Mitglieder des Konsortiums gegenseitig Lizenzen und waren so in der Lage, wechselseitig Technologien zu äußerst günstigen Konditionen zu erwerben. Die chinesische Konkurrenz wurde aus dem Markt gedrängt, obwohl sie durchaus DVD-Lizenzen hätte kaufen können: Bei Lizenzgebühren von rund 20 Dollar pro Gerät verzichtete sie jedoch freiwillig darauf, da sie auf Grund solcher Preise nicht mehr wettbewerbsfähig war. In ihren wichtigsten Exportmärkten geraten chinesische Unternehmen immer häufiger ins Visier der heimischen Marktführer. Die traditionellen Industrienationen setzen ihre Patente dabei auch als Waffe ein, um die Konkurrenz vom Markt zu verdrängen. Die Studie "Beyond the Great Wall" der Boston Consulting Group kommt zu dem Ergebnis: Ohne eigene internationale IP-Rechte drohen chinesischen Unternehmen horrende Lizenzkosten, sinkende Gewinne oder sogar der Ausschluss aus wichtigen Märkten. "Unternehmen in China haben ihre Investitionen in Forschung und Entwicklung (FE) zwar dramatisch gesteigert, sie tun aber noch vergleichsweise wenig dafür, um sich internationale IP Rechte zu sichern ", sagt BCG-Geschäftsführer Nettesheim. "Das ist eine klare Wachstumsbremse ausserhalb Chinas."

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2007-04-13

Chinas neues Steuergesetz und "green Business"

Ein Hinweis und Artikel von Klaus Köhler, Managing Director der Klako Group über eine Errungenschaft des Nationalen Volkskongresses (National People’s Congress - NPC):
Am Freitag, den 16. März 2007 verabschiedete der NPC mit einer eindeutigen Mehrheit von 2.826 Stimmen, 37 Gegenstimmen und 22 Enthaltungen das neue Körperschaftssteuergesetz. Die Umsetzung erfolgte aufgrund jahrelanger Kritik über Ungerechtigkeit und Ungleichbehandlung inländischer Unternehmen durch den zuvor geltenden dualen Einkommenssteuermechanismus. Das lang erwartete, am 1. Januar 2008 in Kraft tretende Gesetz soll eine Angleichung der Steuersätze für inländische Unternehmen (gegenwärtig 33%) und Auslandskapitalgesellschaften (derzeit 15% oder 24%) herbeiführen sowie eine einheitliche Basis, d.h. einen Steuersatz von 25% erzielen. Seit Beginn der Wirtschaftsreform in den 80er Jahren ist somit der Weg für einheitliche Wettbewerbsbedingungen in- als auch ausländischer Unternehmen gleichermaßen bereitet. ... Für ausländische Firmen, die vor dem 1. Januar 2008 gegründet wurden und bis zum 31. Dezember 2007 steuerliche Vergünstigungen genießen, besteht bis zur Geltung des neuen Steuersatzes eine fünfjährige Übergangsfrist. Während dieses Zeitraums erhöht sich der Steuersatz jährlich um 2 Prozentpunkte. High-Tech-Unternehmen, wie aus der Biotechnik- und Raumfahrtbranche, bei denen die Entscheidung einer Unterstützung von staatlicher Seite erfolgt, wird eine 15-prozentige Steuerrate zugesprochen. Beteiligungsgesellschaften und Unternehmen, aus den Bereichen Umweltschutz, Energie- und Wassereinsparung (Ressourcenschonung) sowie Arbeitssicherheit, sind förderungsfähig und daher steuerlich bevorzugt. Förderungswürdigen kleineren Unternehmen mit nur geringem Gewinn kommt ein Steuersatz von 20% zugute. Bereits existierende Steuererleichterungen für staatlich geförderte Investitionen in Infrastruktur wie bspw. Häfen, Hafenanlagen, Flughäfen, Eisenbahn- oder Autobahnnetze, Energieschonung sowie Gewässerschutz bleiben bestehen. Die vorhande 50-prozentige Steuererleichterung für exportorientierte ausländische Unternehmen und die steuerlichen Vergünstigungen für produktionsorientierte ausländische Firmen werden aufgehoben. Neu etablierte High-Tech-Unternehmen, die staatlicher Unterstützung bedürfen und ihren Firmensitz in speziellen Wirtschaftszonen wie Shenzhen oder in einem besonderen von der Regierung ausgewählten Gebiet wie Shanghais Pudong New Area haben, erhalten übergangsweise Steuervergünstigungen. ... Die neuen Änderungen im Steuergesetz werden vermutlich die wissenschaftliche Entwicklung und eine Tendenz zum “green Business” bereits etablierter Unternehmen in China steigern, um so die hiermit verbundenen Vorteile der High-Tech-Vorzugsbehandlung nutzen zu können. So kündigte bspw. General Electric (GE) für sein Shanghai-basiertes Technology Center bereits an, dass es USD 50 Mio. für umweltfreundliche Produkte wie effizientere Flugzeugmotoren und Windkraftgeneratoren, Meerwasseraufbereitungstechnologie und Energiesparlampen investieren will.

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