2007-07-26

China überholt Deutschland beim Export

China macht Deutschland den Titel Exportweltmeister jetzt vehement streitig:
Nicht nur den Titel als drittgrößte Volkswirtschaft, auch das Prädikat Exportweltmeister muss Deutschland bald an China abgeben. Schon im nächsten Jahr soll es soweit sein. Da bleibt den Deutschen nur ein kleiner Trost. "Grund ist das rasante Wirtschaftswachstum: Chinas Ausfuhren werden 2007 und 2008 um jährlich über 20 Prozent zulegen. Damit löst die Volksrepublik Deutschland nach fünf Jahren an der Spitze ab", sagte der Chefvolkswirt des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK), Axel Nitschke, der "Bild"-Zeitung. Fast 60 Prozent aller Ausfuhren Chinas werden laut DIHK von Unternehmen mit deutscher Beteiligung getätigt. "Über diesen Umweg profitieren auch deutsche Unternehmen vom Boom der chinesischen Wirtschaft", sagte Nitschke. Die Umfrage führte die DIHK dem Blatt zufolge unter den Auslands-Handelskammern durch. ... Im vergangenen Jahr stieg der Wert der aus China ausgeführten Waren und Dienstleistungen um 27 Prozent auf 969 Mrd. $ - Hongkong nicht eingerechnet. Damit erzielte China die größte Steigerungsrate aller großen Wirtschaftsmächte. Insgesamt nahm der globale Außenhandel 2006 um 15 Prozent auf 11760 Mrd. $ zu. In dieser höchsten Zuwachsrate seit sechs Jahren kommt auch der Preisanstieg bei Öl und Gas sowie bei Metallen zum Ausdruck. Preisbereinigt ergab sich ein realer Zuwachs von acht Prozent. In diesem Jahr erwartete die WTO eine Abschwächung auf drei Prozent. Deutschland hält den Titel Exportweltmeister seit 2003.

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2007-02-27

China will weg von der Massenproduktion

Ein Bericht aus der FTD-Serie zum angestrebten Image-Wandel Chinas beschäftigt sich mit den Bemühungen Pekings, das Land vom Ruf des Billigheimers zu befreien:
Chinas Exportwachstum kannte in den letzten Jahren kein Halten. ... Doch auch in China sind die Zahlen kein Grund mehr zur reinen Freude. Handelsminister Bo Xilai erklärte den "Abbau von Überschüssen" zur handelspolitischen Toppriorität im Jahr 2007. China will mehr importieren, lautet die Botschaft an die Handelspartner ... Die Exportflut zu niedrigen Preisen schadet nicht nur Chinas Image, sondern ist nach Ansicht der Regierung auch ein Zeichen für falsch gesetzte Prioritäten. Arbeitnehmerrechte und der schonende Umgang mit Ressourcen bleiben bei der Massenproduktion auf der Strecke, fürchtet die Führung - aber auch der technologische Fortschritt. Die Kritik aus dem Ausland sei "eine Gelegenheit für China, seinen Handel auf Produkte mit höherer Wertschöpfung umzustellen und die Exportstruktur zu verbessern", sagte Bo. Die Regierung will deshalb die Exportproduktionszonen, aus denen vor allem Massengüter kommen und mit denen das Wirtschaftswunder in den 80er-Jahren begann, austrocknen und die Steueranreize für Investoren auslaufen lassen. Stattdessen fördert sie künftig 18 Hightech-Cluster. Neben der Informationstechnologie gehören Biomedizin, Elektronik und Luftfahrt zu den Zukunftsindustrien Chinas, welche die "Exportinnovationsbasis" erweitern sollen. Mit Erfolg brachte die Regierung eine Reihe internationaler Hersteller dazu, Forschungs- und Entwicklungszentralen in diesen Zonen zu etablieren - trotz des Misstrauens, das viele Unternehmen China beim Schutz des geistigen Eigentums entgegenbringen. Doch das reicht den ehrgeizigen Planern nicht: Inzwischen steckt Peking mehr als 1,3 Prozent des Bruttoinlandsprodukts in die Forschung. Für ein Schwellenland ein hoher Anteil, der bis 2020 auf 2,5 Prozent steigen soll. Und die etwa eine Million Forscher haben längst mit ihrer Aufholjagd begonnen: Zwar kamen 2006 weniger als drei Prozent der internationalen Patentanmeldungen aus China - doch schätzt die World Intellectual Property Organization den Zuwachs im Vergleich zum Vorjahr auf rund 57 Prozent.

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