2012-02-25

Studie zur digitalen Gesellschaft in China

In der aktuellen Ausgabe von First Monday gibt es eine Untersuchung zweier chinesischer Forscher zu den Auswirkungen von Heim-Computern und Internet in China. Aus den Schlussbemerkungen:
Findings from this study suggest that income and urbanization have been the key factors behind growth in computer ownership and Internet use and the disparities in computer ownership between urban and rural households and across geographic regions in China. Also, the increasing use of computers and the Internet, together with other ICT, has resulted in both positive and negative impacts in Chinese society and some of the impacts, such as e–commerce and Internet addiction, have been widely reported by the mass media. As the average income continues to increase, there is almost no doubt that more Chinese will own computers and use the Internet and this trend will bring about both opportunities and challenges for human development and democracy in the world’s most populous country. For example, individuals may purchase goods and services; find information, employment, and even spouses; participate in educational and training programs; express political opinions and participate in public policy–making; and, promote community and social agendas over the Internet. Also, the Internet may have the potential to reduce the inequality of opportunities for education and information between urban and rural areas and across geographic regions.

Labels: ,

2007-12-17

Mindestlöhne und Urlaub für chinesische Arbeiter

Wer hätte gedacht, dass nicht nur hierzulande, sondern auch in China heftig über Mindestlöhne diskutiert wird? Peking hat hier inzwischen Fakten geschaffen:
Am 1. Januar tritt ein neues Arbeitsvertragsgesetz in Kraft, das auch für Firmen mit ausländischen Gesellschaftern gilt. Das Gesetz sieht für Vollzeit-Beschäftigte einen besseren Kündigungsschutz, höhere Abfindungen und garantierte Mindestlöhne vor. Zugleich gibt sich China auch eine neue Urlaubsregelung. Der Staatsrat billigte dazu eine Feiertagsverordnung, die am Sonntag auf der Webseite der Regierung veröffentlicht wurde. Demnach wird es künftig pro Jahr elf statt bislang zehn bezahlte Feiertage für alle Arbeiter und Angestellten geben, die in festen Beschäftigungsverhältnissen stehen. ... Unabhängig von den elf staatlichen Feiertagen garantiert der Staat allen Arbeitnehmern auch einen vertragsrechtlichen Anspruch auf Jahresurlaub. In einer ebenfalls neuen Zehn-Punkte Bestimmung legt der Staatsrat in Artikel III für eine Betriebszugehörigkeit von einem bis zehn Jahre ein Anrecht auf fünf bezahlte Urlaubstage fest. Bei unter 20 Jahren sind es zehn Tage und darüber hinaus 15 Tage. ... Vom neuerlichen Kostenschub werden in erster Linie arbeitsintensive Massenhersteller chinesischer Billigwaren etwa aus den Bereichen Textilien, Spielzeug oder Schuhen getroffen – vor allem dann, wenn sie in die USA oder in den Dollarraum exportieren. Sie stehen mit ihren minimalen Margen bereits unter Druck, weil Chinas Währung seit 2005 gegenüber dem US-Dollar um etwa elf Prozent abgewertet wurde. Gleichzeitig müssen die Unternehmen steigende Energie- und Transportkosten auffangen. In den vergangenen Monaten kam es unter Schuhherstellern in Südchinas Provinz Guangdong bereits zu einer ersten Pleitewelle.

Labels: ,

2007-12-11

Unruhen wegen hoher Lebensmittelpreise in China

Nicht nur die Bundesbürger sehen sich seit dem Herbst mit deutlich gestiegenen Lebensmittelpreisen konfrontiert, sondern auch die Chinesen. Nur mit dem Unterschied, dass die sozialen Folgen im Reich der Mitte schwerwiegender sein könnten:
Chinas Inflationsrate hat im November den höchsten Stand seit Dezember 1996 erreicht. Durch die starke Verteuerung von Lebensmitteln wächst nicht nur die Angst vor einer überhitzten Wirtschaft, sondern auch vor sozialen Unruhen. Die Inflationsrate für Verbraucherpreise beschleunigte sich auf 6,9 Prozent gegenüber dem Vorjahr, meldete das chinesische Amt für Statistik am Dienstag. Der Vergleichswert im Oktober lag bei 6,5 Prozent. Lebensmittel verteuerten sich im Jahresvergleich um 18,2 Prozent. Sie machen ein Drittel in der Zusammensetzung des Warenkorbes im Verbraucherpreisindex aus. Allein die Preise für Schweinefleisch sind im Jahresvergleich in China im November 56 Prozent nach oben geschnellt. ... Die steigenden Nahrungsmittelpreise gefährden nicht nur die boomende Wirtschaft, sondern auch den sozialen Frieden. Das machte ein Ansturm beim Verkauf von Speiseöl im vier Millionen Einwohner zählenden Chongqing im Südwesten Chinas im vergangenen Monat deutlich, bei dem drei Menschen ums Leben kamen. Am Wochenende hatte China deswegen die Zügel in der Geldpolitik überraschend straff angezogen: Auf Anweisung der Regierung in Peking hob die Zentralbank die vorgeschriebene Mindestreserve für Banken um einen vollen Prozentpunkt auf 14,5 Prozent an.

Labels: ,