2009-06-04

20 Jahre Tiananmen-Massaker

Spiegel Online macht eine Zeitblende zurück auf das Massaker am Platz des himmlischen Friedens vor 20 Jahren:
Als Han Dongfang die Kugeln über seinen Kopf pfeifen hört, ist er davon überzeugt, dass es keine scharfen Geschosse sind. "Die Armee wird niemals auf das eigene Volk schießen", denkt Han, Sprecher des gerade gegründeten Autonomen Arbeiterverbands und einer der Aktivisten auf dem Platz des Himmlischen Friedens. ... Weitere Schüsse fallen, die Menschen weichen zurück. Verletzte und Tote werden auf Dreirädern zum nächsten Krankenhaus hinter dem Peking-Hotel gefahren. Dort hat sich eine Menge angesammelt, die beobachtet, wie immer neue Gefährte mit blutüberströmten Opfern heranschaukeln. Langsam umzingelt das Militär den Tiananmen-Platz. Hunderte von Soldaten setzen sich vor das Revolutionsmuseum. Die Szenerie ist gespenstisch. Nur um die Unabhängigkeitssäule verharrt noch eine kleine Gruppe von Studenten. ... Noch immer ist nicht klar, wie viele Menschen damals, im Juni 1989, starben. Keiner der Verantwortlichen ist bislang bestraft worden, die Soldaten bekamen zum Dank für ihren Einsatz Armbanduhren geschenkt. In jenen Frühlingstagen wackelte die Herrschaft der Partei, in ihren Reihen tobten Machtkämpfe. Kaum auszudenken, was passiert wäre, wenn die Reformer gewonnen hätten: Womöglich wäre China, wie die kleine Insel Taiwan, heute ein demokratisches Land. ...

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1 Comments:

At 9:31 vorm., Blogger Küchenmeister said...

http://www.jungewelt.de/2009/06-04/017.php?sstr=Gescheiterter%7CStaatsstreich

 

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