2005-08-02

CNOOC mag Unocal nicht mehr

Die rhetorische Abwehrschlacht der Amis gegen die chinesische Unocal-Übernahme hat sich gelohnt:
CNOOC zieht sein Angebot zurück - allerdings nicht ohne die politische Einflussnahme in das Wettbieten zu kritisieren. Die Chinesen begründeten den Rückzug heute in Hongkong mit dem "beispiellosen" politischen Druck der US-Regierung gegen die Offerte. CNOOC hatte mit 18,5 Milliarden Dollar rund eine Milliarde Dollar mehr als der US-Ölkonzern ChevronTexaco geboten, der ebenfalls an Unocal interessiert ist. Allerdings meldeten US-Politiker angesichts des Kaufvorhabens von CNOOC Bedenken an. Sie fürchten Gefahren für die nationale Sicherheit der USA und forderten eine genaue Prüfung. Selbst das Weiße Haus hatte sich mit dem Vorgang beschäftigt. Der politische Druck zeigte Wirkung. Die Unocal-Führung befürchtete, dass eine Einigung mit CNOOC zu einer langwierigen kartellrechtlichen Prüfung führen oder von der US-Regierung gestoppt werden könnte. Im Juni entschied sich Unocal daher für das niedrigere Angebot von Chevron. Seither hatten Beobachter darüber gerätselt, ob die Chinesen mit einer nachgebesserten Offerte noch einmal versuchen würden, das Unocal-Management auf seine Seite zu ziehen. Tatsächlich habe es ernsthafte Überlegungen gegeben, das Übernahmeangebot weiter aufzustocken, hieß es. Aufgrund des politischen Drucks sei davon allerdings Abstand genommen worden.

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