2009-12-22

China will Internetzensur deutlich ausweiten

Netzpolitik hat einige Quellen zum geplanten Ausbau der Zensur des Internet in China zusammengetragen:
Anstelle der Sperrung unerwünschter Seiten soll demnach eine explizite Zulassung erfolgen, berichtet Danwei in Übersetzung der Beijing Times.
Demnach ist der erste Schritt der Kampagne bereits letzten Monat damit angelaufen, dass in Zukunft nur noch Unternehmen und Behörden die chinesische .cn-Domain registrieren können. Das geht aus einem Dokument des Ministeriums für Industrie und Informationstechnologie (MIIT) hervor. Die zweite Phase soll laut der Bejing Times zwischen Januar und September 2010 eine Verschärfung der Kontrolle von Domain-Registrierungen mit sich bringen. In der finalen Phase von Oktober bis Dezember 2010 soll “a complete monitoring and analysis of online data flow and resources for identifying illegal and unsolicited activities” durchgeführt werden. Ausländische Webseiten sollen laut der Bejing Times standardmäßig zensiert werden, schreibt Danwei:
If carried out, the new MIIT measures will effectively set up a white-list of accessible sites. Any overseas website that does not make the effort to file paperwork with a Chinese government agency (or does not realize it needs to) will find itself cut off from mainland China. Oiwan Lam fasst auf Global Voices Advocacy die geplanten Maßnahmen zusammen:
If the MIIT is to white-listing the whole Internet, it will turn the Chinese Internet into intranet and cripple most of the circumventing devices.
Mehr zum Thema bei Reuters, wo es vor allem um die Einschränkung des mobilen Internet (WAP-Zugangspunkte) unter der Begründung des Kampfs gegen Pornographie geht.

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2007-11-20

Das wilde Leben der Enkel Maos

Für Einsteiger ins chinesische Leben als Ausländer, die zudem noch Aufklärung über das Sexverhalten von Chinesinnen im Alltag wünschen, lohnt sich ein Blick in die hinteren Kapitel des Buchs "Wie die Weltrevolution einmal aus Versehen im Schwarzwald begann vom China-Korrespondenten des Stern, Adrian Geiges. Hier ein kurzer Ausschnitt:
Cindy bezeichnete sich als xiaozi, als »Kleinbürgerin«. Mao hatte geschimpft: »Der Schwanz des Kleinbürgers ist noch nicht vollständig abgehackt.« Im neuen China gelten »Kleinbürger« als cool. »Das sind Leute, die die aktuellsten Filme sehen und in den schicksten Restaurants essen«, sagte Cindy. So hatte sich die Welt verändert: Ich, der Bürgerschreck aus dem Schwarzwald, der beim Trampen die Spießer verflucht hatte, vögelte eine verheiratete chinesische Kleinbürgerin auf dem Mahagoni-Schreibtisch, den ein westlicher Konzern gestellt hatte. Wenn wir in Shanghai zusammen aßen, piepte oft mein Handy. Ich fürchtete, es sei eine SMS von Lu Bing, Wang Xu oder gar von Hund Becker. Sie kam aber von Cindy selbst, die mir gegenübersaß. SMS sind auch deshalb in China so populär, weil man sich in dieser Kultur vieles nicht direkt ins Gesicht sagt, um selbiges nicht zu verlieren. Die SMS lautete dann zum Beispiel: »Wollen wir uns nach einem Platz zum Fliegen umschauen?« Das spielte auf unsere gemeinsamen Erfahrungen in chinesischen Flugzeugen an, die wir in diesen Monaten vertieften.
Mehr auf der Website des Autors.

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